Nicht mehr als ein Achtel Wein pro Tag im Alter

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 21. Januar 2020

Gesundheit & Ernährung

Freiburger Sucht-Experte warnt vor Alkoholkonsum.

BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD (BZ). In Baden-Württemberg haben die Menschen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die höchste Lebenserwartung. Mit den Gründen hatte sich Bernhard Heimbach im BZ-Interview befasst. Der Ärztliche Leiter des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie an der Freiburger Universitätsklinik hatte unter anderem mäßigem Alkoholkonsum eine positive Rolle zugeschrieben. Darauf hat nun Klaus Limberger von der Freiburger Sucht-Fachstelle des Baden-Württembergischen Landesverbands für Prävention und Rehabilitation (BWLV) mit einer Stellungnahme reagiert.

Nachgewiesen sei, schreibt Limberger, dass regelmäßige Bewegung, gesunde, vorwiegend pflanzenbasierte Ernährung, soziale Einbindung und ein sinnerfülltes Leben zur höheren Lebenserwartung führten. Neben diesen Resilienzen, also Dinge, die die Widerstandsfähigkeit stärken, gelte es auch, auf vermeidbare Risiken zu achten. Es sei ein steigender Gebrauch von Medikamenten, Alkohol und Nikotin bei älteren Menschen zu beobachten, was in Hinsicht auf die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken immer mehr an Bedeutung gewinne.

In dem Interview werde ein halber Liter Wein für ein Ehepaar täglich als gesundheitsförderlich beschrieben. Das Resveratrol im vergorenen Saft der Weintraube soll dafür verantwortlich sein. Doch gebe es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, so Limberger. Resveratrol ist eine in Pflanzen vorkommende Verbindung mit antioxidativen Eigenschaften.

Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs

Zu bedenken sei, dass es einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebserkrankungen gebe, die Verträglichkeit von Alkohol im höheren Lebensalter abnehme, es zu gesundheitsschädigenden und gefährlichen Wechsel- und Nebenwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol kommen und sich eine Alkoholabhängigkeit auch im hohen Alter entwickeln oder verfestigen könne. Deshalb habe die Weltgesundheitsorganisation Grenzwerte festgelegt, bis zu denen von einem risikoarmen Konsum ausgegangen werden könne. Dieser liegt laut Limberger ab einem Alter von 65 Lebensjahren bei Männer und Frauen bei einem Achtel Liter Wein täglich. Zudem sollte an zwei Tagen in der Woche auf Alkohol verzichtet werden.

Wer von der Wirkung von Resveratrol überzeugt sei, könne roten Traubensaft, Heidel- und Himbeeren sowie Erdnüsse konsumieren, rät der Sucht-Experte.