BZ-Interview

Freiburger Prorektorin: "Studierende übertreiben mit ihrem Leiden"

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 20. Mai 2015 um 10:25 Uhr

Freiburg

Faul und inkompetent – das war die harsche Kritik eines Konstanzer Professors an den heutigen Studenten. Die der Freiburger Prorektorin Juliane Besters-Dilger fällt differenzierter aus. Aber nicht weniger drastisch.

Indem er kräftig vom Leder zog, hat der Konstanzer Biologe Axel Meyer eine Diskussion über die Qualität der heutigen Studenten angestoßen. Meyer hat sich inzwischen gegenüber Konstanzer Studentenvertretern für seinen polemischen Schreibstil entschuldigt. Doch was ist inhaltlich an seiner Kritik dran? Sind Studenten oft faul und inkompetent? Darüber sprach Wulf Rüskamp mit Juliane Besters-Dilger, Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität Freiburg.

BZ: Frau Besters-Dilger, was unterscheidet heutige Studierende von früheren Generationen?

Besters-Dilger: Der Stellenwert des Studiums im Leben der Studierenden hat meines Erachtens abgenommen. Sie haben heute viele andere Aktivitäten nebenher. Wir wissen aus einer Erhebung im Jahr 2012, dass allein 63 Prozent der Studierenden in Westdeutschland jobben, viele in beträchtlichem Umfang. Vor allem aber verstehen sie das Studium zunehmend nur als Durchgangsstation auf dem Weg in einen auch gut dotierten Beruf. Das alte Ideal, dass man studiert, um sich selbst zu bilden, ist weitgehend verschwunden.

BZ: Aber dann müsste das Bachelorstudium, das für einen Beruf qualifizieren soll, den Wünschen dieser Generation doch stark entsprechen?
Besters-Dilger: Im Prinzip schon. Der Bachelor ist konzipiert für junge Menschen, die mit 17 oder 18 ...

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