Mord in Heilbronn

Warum starb Michèle Kiesewetter?

Julia Giertz

Von Julia Giertz (dpa)

Mi, 19. April 2017

Südwest

Ein Jahrzehnt nach dem Mord an der Polizistin in Heilbronn sind viele Fragen unbeantwortet / War sie wirklich ein Zufallsopfer des NSU?.

HEILBRONN. Im Mordfall der jungen Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn vor fast genau zehn Jahren sind die Ermittler jahrelang falschen Fährten gefolgt. Auch wenn die Mördergruppe des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) inzwischen wohl als Täter feststeht, sind längst nicht alle Fragen zu Kiesewetters Tod beantwortet.

Warum musste Michèle Kiesewetter sterben? "Wenn ich das nur wüsste", antwortet auch zehn Jahre nach der Bluttat auf der Heilbronner Theresienwiese einer, der sich intensiv mit dem Fall beschäftigt hat. Für den Vorsitzenden des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestags, Clemens Binninger (CDU), sind noch immer viele Dinge ungeklärt. "Es gibt keine Gewissheiten in diesem Fall."

Vor allem zieht Binninger die These des Generalbundesanwalts in Zweifel, nach der die 22-Jährige ein Zufallsopfer des NSU ist. Es spreche vieles dafür, dass die Beamtin gezielt ermordet wurde. "Die Zusammenhänge, Zeitabläufe und andere Details sind so außergewöhnlich, dass ich nicht mehr an Zufall glaube kann", sagt der Abgeordnete. Es gibt jedoch keine Anhaltspunkte für persönliche ...

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