Sulzburg fordert deutlich mehr Busse

Volker Münch

Von Volker Münch

Mi, 10. März 2021

Sulzburg

Gemeinderat bezieht klar Stellung zum Entwurf des neuen Nahverkehrsplans / Knackpunkt: Verbindung zwischen Stadt und Laufen.

. Der Sulzburger Gemeinderat fordert deutliche Nachbesserungen des Entwurfs eines neuen Nahverkehrsplans. Darunter auch die Einrichtung einer Basislinie, die eine Innerortsverbindung zwischen Sulzburg und Laufen ermöglicht. Für die Gesamtgemeinde spricht Bürgermeister Dirk Blens von einer "Verschlimmbesserung, die nicht zu akzeptieren sei".

Bis Ende März müssen die Stellungnahmen der Kommunen zum künftigen Nahverkehrsplan beim Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) eingehen. Das nun vom Sulzburger Gemeinderat einstimmig beschlossene Papier hatten Vertreter von Rat und Stadtverwaltung mit engagierten und sachkundigen Bürgern ausgearbeitet. Einig war sich die Arbeitsgruppe, dass es grundsätzlich keine Verschlechterungen geben dürfe, wie es auch von Nachbargemeinden wie Müllheim verlangt wird.

Aber die bestehende Ringlinie Nord (261) ermöglicht eine bessere Direktverbindung zwischen den Ortsteilen als es der neue Nahverkehrsplan vorsieht. Der Rat unterstützt auch die Forderung nach einer Basislinie für Ortschaften mit mindestens 1000 Einwohnern. Das würde Laufen eine Verbindung mit Sulzburg ermöglichen. Ohne eine solche Einstufung bliebe es bei einer "Erschließungsverbindung", die einer Schulbuslinie entspricht. Das bedeutet: Nur an Schultagen gäbe es eine direkte Verbindung mit deutlich weniger und womöglich überfüllten Bussen.

"Das kann es nicht sein", sagte Bürgermeister Blens. Vielmehr soll die geplante Vernetzungslinie von Staufen über Müllheim nach Kandern mit einem Schwenk nach Sulzburg bis zum Kreisverkehr erweitert werden. Diese Linie 460 könnte nach Auffassung des ZRF wegen des Umweges aber nicht mehr als Vernetzungslinie bis Kandern geführt werden.

Zwischen Müllheim und Staufen leben entlang der Linie 5000 Schüler, Berufstätige, Touristen und sonstige Anwohner. Deshalb ist sie für die Arbeitsgruppe "sehr wichtige Infrastruktur" für klimafreundliche Mobilität. Deutlich verbessern würde sich mit der Linie 620 der Linienverkehr zum Bahnhof in Heitersheim. Trotzdem gibt es ebenfalls Änderungswünsche: Die Linie soll an Wochenenden bis zum Waldhotel verlängert werden, wochentags immer bis zur Schule fahren. Zudem soll eine Linienführung über Laufen nach Heitersheim geprüft werden. Darüber hinaus habe Sulzburgs größter Arbeitgeber Hekatron mit rund 1000 Arbeitnehmer großes Interesse an einer eigenen Haltestelle. Die Schulbuslinie müsste übrigens unabhängig von einem neuen Nahverkehrsplan realisiert werden, forderte die Arbeitsgruppe, und ferner den Einsatz unterschiedlicher Fahrzeuggrößen je nach Passagierzahlen. Und sie beauftragte den Gemeinderat, mit der Stellungnahme auf eine transparente Darstellung der Linienkosten durch den Landkreis beziehungsweise ZRF zu drängen. Als Ergänzung empfahl sie über ein "Mitfahrerbänkle" für Laufen und St. Ilgen nachzudenken. Das könnte die Mobilität der Menschen deutlich erhöhen und dafür die Bushaltestellen genutzt werden.