Verbandsliga

SV Weil gewinnt in Villingen im Stil einer Spitzenmannschaft

Uwe Rogowski und Holger Rohde

Von Uwe Rogowski & Holger Rohde

So, 27. September 2020 um 19:39 Uhr

Verbandsliga Südbaden

Der SV Weil hat sich in der Verbandsliga auf Rang drei vorgearbeitet. Beim FC 08 Villingen II machen es die Weiler spannend, lassen aber nichts liegen. Marvin Stöhr trifft spät zum 2:1-Sieg.

Es ist erst ihr zweites Jahr nach dem Aufstieg. Fünf Runden lang spielte der SV Weil zuvor in der Landesliga, und doch gelten die spielstarken Blau-Weißen dank ihres gut zusammengestellten Kaders schon wieder als etablierter Club der Verbandsliga. Mit Tendenz nach oben. Beim Aufstieg haben die ein Wörtchen mitzureden, wird an den Standorten von Pfullendorf bis Kehl offen kund getan, schon im Frühjahr, beim Abbruch der Corona-Saison, war das Team von Trainer Andreas Schepperle gut dabei, nur ein paar Punkte hinter den aufstiegsberechtigten Rängen waren sie platziert.

Erst recht, wenn es zu einem Liganeuling geht, müssen die Weiler mit der zugeteilten Rolle des Favoriten leben. Entsprechend war die Ausgangslage für die Oberliga-Reserve des FC 08 Villingen, der mit einem Punkt bereits gedient gewesen wäre. Und zunächst sah es gut aus für die Schwarzwälder, die auf dem Kunstrasen durchaus mit Elan loslegten und einen Start nach Maß erwischten, als Luca Crudo, nach vorangegangenem Dribbling Furkan Saris, dessen Zuspiel in den Rücken der Weiler Defensivreihe erreichte. Während sich die Weiler bei strammen acht Grad über Null offenbar noch etwas sortieren mussten, konnte der Villinger Angreifer zum 1:0 abschließen (10.).

Bei den Weilern klappt es auch ohne Sprich und Mislimovic

Die nach einer Woche Spielpause ohne die verhinderten Ridje Sprich und Almin Mislimovic angereisten Gäste fanden aber schnell ins Spiel, ganz im Stil einer Spitzenmannschaft waren sie bei einer ihrer ersten konkreten Gelegenheiten präsent – auch wenn eine Standardsituation herhalten musste: Abwehrspieler Julien Tschira nutzte seine Länge und beförderte einen Freistoß von Serkan Korkmaz zum Ausgleich ins Netz (17.), mit dem Rücken. Weil dominierte zunehmend, agierte im Mittelfeld mit Korkmaz und Michael Hänggi ballsicher und passgenau, konnte immer wieder in die gefährlichen Räume vordringen. "Wir waren praktisch über das gesamte Spiel dominant, haben es immer versucht, spielerisch zu lösen und haben hochverdient gewonnen", sagte Schepperle. Das Ergebnis hätte höher ausfallen können, befand er, so wurde ein Tor von Buba Ceesay wegen angeblichem Abseits aberkannt.

Als sich immer mehr ein 1:1 andeutete, nutzten die Weiler doch noch eine Balleroberung zum entscheidenden Schlag: Ein Konter aus der eigenen Hälfte, ein präziser Pass von Korkmaz mit Tempo in die Tiefe – und Marvin Stöhr war es, der eiskalt zum 2:1 traf (78.). "Die Mannschaft hat es sehr gut über das Kollektiv gemacht", sagte Trainer Schepperle, in der Schlussphase verpasste Hänggi bei einem Lattentreffer noch das 3:1 und auch Villingens Coach Marijan Tucakovic fand: "Weil hat verdient gewonnen." Die Blau-Weißen seien der "bisher stärkste Gegner" gewesen.

Für die Weiler war es der dritte Saisonsieg. Mit einer unter dem Strich überzeugenden Leistung rückten sie auf Platz vier vor. In den Bereich der Favoriten.
FC 08 Villingen – SV Weil 1:2 (1:1)

SV Weil: Keller; Lo Russo, Groß, Kaiser, Tschira; Hänggi, Korkmaz, J. Samardzic, Ismaijli (86. Tindano); Stöhr (89. Lismann), Ceesay. Tore: 1:0 Crudo (10.), 1:1 Tschira (17.), 1:2 Stöhr (78.). Schiedsrichter: Ebe (Friedrichshafen). Zuschauer: 110.