Verbands- und Landesliga

SV Weil holt sieben Neuzugänge – Rheinfelder Coach wirft hin

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Do, 02. Juli 2020 um 21:22 Uhr

Verbandsliga Südbaden

Sieben Neue, drei Abgänge: Beim Verbandsligisten SV Weil gibt es viel Bewegung. Zwei Verteidiger kommen vom FSV Rheinfelden – auch deshalb wirft dort der neue Coach noch vor Trainingsbeginn hin.

Fast könnte man auf die Idee kommen, die Fußballer des SV Weil hätten bis zum März eine maximal durchschnittliche Verbandsliga-Saison gespielt. Bis zur Unterbrechung, als die Welt einen Virus bekam und die Saison schließlich abgebrochen wurde, waren es zwar nur 18 Spiele als Arbeitsnachweis, die unvollendete Weiler Runde bot aber kaum Anlass für Kritik. Der Club hat unter Trainer Andreas Schepperle nach dem Aufstieg eine ausgesprochen starke Teil-Saison gespielt, etwas sprunghaft zwar, doch für einen Neuling ist das nichts Besonderes. Die Bilanz von 29 Punkten aus 18 Partien konnten nur drei Clubs überbieten. Die Weiler können sogar auf ewig behaupten, dass sie in den offen gebliebenen zwölf Partien noch konkret in den Oberliga-Aufstiegskampf hätten eingreifen können, und insofern ist es überraschend, wie viel Bewegung in den Kader der Blau-Weißen gekommen ist, jetzt, nachdem feststeht, dass die neue Runde im August (22./23.) beginnt.

Gashi soll "wackelige Innenverteidigung stabilisieren"

"Auf der Zielgeraden befinden sich die Verantwortlichen des SV Weil bei den Vorbereitungen auf die neue Saison", teilte der Verein mit und gab gleich sieben Neuzugänge bekannt. Im Zentrum des Personal-Updates steht Julien Tschira, dessen Rückholaktion die überraschendste Nachricht ist. Tschira kommt vom Landesligisten FSV Rheinfelden, bei dem der Abwehrspieler mit Gardemaß pandemiebedingt nur ein Spiel absolvierte. Sein Abgang im Winter hätte "Kopfzerbrechen bereitet", hieß es offenherzig in einer Mitteilung der Weiler, fast erleichtert wird festgestellt, dass der 24-Jährige nun wieder die linke Seite im Nonnenholz beackern würde. Ebenfalls vom Rheinfelder Landesligisten kommt der Schweizer Arben Gashi. Der erfahrene 31-jährige Abwehrspezialist solle "die zuletzt wackelige Innenverteidigung der Blau-Weißen stabilisieren", merkte der SVW selbstkritisch an, wobei sich das nur auf den September und Oktober 2019 beziehen kann, als die eigene Abwehr recht oft überwunden wurde. Danach spielten die Weiler in sechs Partien viermal zu null.

Mit dem robust-zuverlässigen Abwehrduo Tschira/Gashi sollte das Schepperle-Team in jedem Fall gewappnet sein. Die defensive Kompetenz Tschiras, dem früheren Bötzinger und Lörracher, ist bekannt. Doch auch Gashi, im September 2019 zum FSV gestoßen, erwies sich in 14 Einsätzen in Rheinfelden als personeller Zugewinn und als zuverlässige Absicherung der Box.

"Keine Basis" für FSV und Trainer Giovanni Di Feo

Der Abschied der Beiden hat wiederum für eine Verstimmung bei Giovanni Di Feo gesorgt. In diesen Tagen sollte er sein Amt beim FSV Rheinfelden antreten, doch "bereits vor Trainingsbeginn", habe sich dieser "als Trainer zurückgezogen", teilte Sportchef Dieter Maier nur zwei Stunden nach dem Weiler Vollzug mit. "Dass mehrere Spieler den Verein verlassen, war ihm nicht bekannt, als er seine Zusage gab." So bestehe "keine Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit", merkte Meier an. Der FSV sei bereits "mit Trainern im Gespräch" und werde schon "zum Wochenende die Neubesetzung bekanntgeben". Es werden wohl Kontakte aufgefrischt, die bereits nach dem Abgang von Giuseppe Stabile (zu BW Murg) und vor der Verpflichtung Di Feos geknüpft worden waren.

Der SV Weil verliert indes auf den Außenbahnen mit Alessio Lo Russo (Studium) einen talentierten Fußballer, wie Sportchef Perseus Knab mitteilte. Daniel Mundinger (Bosporus FC Friedlingen) und Adrian Mouttet (VfR Bad Bellingen) verlassen den Club (wir berichteten), und aus Zeitgründen verabschiedet sich Torwarttrainer Marco Hohmann.

Fünf junge Akteure erhalten Chance beim Verbandsligisten

Fünf Jung-Spieler vervollständigen die Liste der Zugänge: Von den Black Stars Basel kommt der Deutsch-Türke Özgur Parlak, "der 19-jährige bewirbt sich um einen Platz als rechter Verteidiger", so der SVW. Mit dem Haltinger Alexandre Peres (19, Mittelfeld) kehrt ein ehemaliger Weiler Juniorenspieler von den Old Boys Basel zurück. Seine Chance beim SV Weil suche Abwehrspieler Boniface Mbeng Wara (22), der bisher in den Reserveteams des FV Lörrach-Brombach II zum Einsatz kam. Zudem: Im Probetraining habe Ibrahima Camara (19, Mittelfeld) vom Bezirksligisten TuS Efringen-Kirchen gute Ansätze gezeigt, und Björn Gutjahr (18) aus der U 19 habe mit zwölf Toren in 14 Einsätzen "beständige Leistungen" gezeigt, er solle nun "an die Aktiven herangeführt werden", so der Club.
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Für die Reserven (Kreisliga A+B), die einige Zu- und Abgänge verzeichnen, gibt es noch keine belastbaren Beschlüsse, wann die Runde startet. "Wir gehen von einem Saisonstart am 5. September 2020 aus. Die Vorbereitung beginnt am 27. Juli 2020", teilten die Weiler mit. Die Verbandsligamannschaft nimmt, wie berichtet, am Montag die Vorbereitung auf. Knapp vier Wochen später könnte die Saison mit dem Verbandspokal beginnen.