Verbandsliga

SV Weil macht im Testspiel gegen den SV 08 Laufenburg einen guten Eindruck

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mo, 20. Juli 2020 um 11:30 Uhr

Verbandsliga Südbaden

Fußball-Verbandsligist bezwingt den klassentieferen SV 08 Laufenburg im ersten Testspiel mit 7:0. Ceesay und Stöhr glänzen als Doppeltorschützen. Der SV 08 Laufenburg agiert mit seinen Neuzugängen.

Die beim SV Weil für die organisatorischen Abläufe am Spieltag zuständigen Damen und Herren haben ihre Hausaufgaben gemacht. An ihnen ist erst einmal kein Vorbeikommen. Mehr als 100 Leute waren ja gekommen, um das Heimteam beim Wettkampftest gegen den SV 08 Laufenburg zu begutachten, nach Erreichen dieser Marke "mussten die Tore geschlossen werden", hieß es. Wer Einlass begehrte, unterlag den Infektionsschutzbestimmungen. Ohne Identität kein Eintritt. Und dem kamen die Ordnungshüter des Vereins sehr gewissenhaft nach. Was muss, das muss.

Auch auf dem Platz, gespielt wurde auf dem neuen Rasen hinter dem Stadionrund, lief es für die Gastgeber reibungslos. Die Weiler Verbandsligafußballer vermittelten den Eindruck, als hätten sie ihre Spielfreude über die letzten, wettkampflosen Monate konserviert und nun kam sie schlagartig an die Oberfläche. Beeindruckend, wie die Weiler harmonierten, wie sie zusammenspielten, schnell das Mittelfeld überbrückten und eine ganze Reihe feiner Tore erzielten. Sogar Laufenburgs Trainer Michael Wasmer war nach dem 0:7 angetan, so sehr, dass er eine steile These aufstellte. "Die sind für mich ein Kandidat für die Oberliga."

Derartiges wird beim SVW niemand kundtun, eine starke Frühform ist ein paar Wochen später ja oft nur noch ein laues Lüftchen, doch das will man den Weilern natürlich nicht wünschen, und wenn sie auch nur einen größeren Anteil der fußballerischen Klasse, der Intensität und der Hingabe vom Samstag auch ab August auf den Platz bringen, sollte eine ähnliche starke Saison wie die jüngste herumkommen. Da liefen die Weiler als Aufsteiger auf Platz vier ein.

Wasmer: "Weil ist ein Kandidat für die Oberliga."

Auch Neuzugang Buba Ceesay fügte sich im vollumfänglich gelungenen Test gegen den Landesligisten ein, er trat eine Halbzeit lang auf, als spiele er schon acht Jahre mit dieser Mannschaft. Beim Gambier, der in der vergangenen Saison beim FV Lörrach-Brombach relativ plötzlich von der Bildfläche verschwand, mündete das in der Schlussphase in zwei Torbeiträge, wobei er die Laufenburger recht unbeteiligt aussehen ließ und präzise abschloss: einmal in den Winkel, einmal mit einem schönen Lupfer. Ob Ceesay eine ganze Saison verfügbar sein wird, ist nicht gesichert. Gut möglich aber, dass er mit seiner Physis und seinem Durchsetzungsvermögen der Unterschiedsspieler sein wird, den man sich von ihm erhofft. Zur Erinnerung: In seiner Zeit in Lörrach war er, trotz zeitweiligen Trainingsrückstandes und wechselhafter Spiellaune, oft der prägende Spieler, selten zu bändigen und regelmäßig torgefährlich. Viele gegnerische Trainer bekundeten sinngemäß: Der ist zu gut für die Verbandsliga.

Ceesays Sturmpartner nach dem Wechsel, Marvin Stöhr, war gleichfalls ein notorischer Unruhestifter in der Laufenburger Defensive. Auch der Umstand, dass Trainer Andreas Schepperle viele Zugänge aus der U 19 brachte und zur Halbzeit komplett wechselte, beeinträchtigte das fußballerische Vergnügen beim Verbandsligisten nicht. Schepperle mochte das Ergebnis nicht zu stark werten, gleichwohl hatte er seine Freude am Auftritt seiner Mannschaft, die nach hinten wenig durchließ, solide und seriös verteidigte. Eine Einschränkung für die kommende Saison gaben die Weiler nach dem Spiel bekannt: Mit Yannik Weber verliert der Kader der Blau-Weißen einen erfahrenen Kreativspieler, der 26-Jährige habe intern erklärt, nur noch in der Reserve zu spielen. "Das müssen wir respektieren", sagte Schepperle. Wenn auch ungern.

Nächstes Duell im Verbandspokal wartet

Für die Laufenburger, die es schon in 19 Tagen gegen Weil im Verbandspokal besser machen wollen, muss das Spiel kein mentaler Tiefschlag sein, im Gegenteil, können sie das Nullsieben als prima Omen werten, denn auch im Sommer des Vorjahres, als in der Liga eine starke Teilsaison mit Platz zwei folgte, verloren sie in dieser Höhe; gegen den FV Lörrach-Brombach. "Der Gegner war stark und wir hatten eine harte Trainingswoche", relativierte Wasmer, der gegen Weil "auch positive Ansätze gesehen" habe. Schlüsselspieler fehlten, so wurde der angeschlagene Sandro Knab geschont und auch der hochgewachsene Sebastian Flaig, der die durch Eduard Nowaks Abgang zum FVLB entstandene Lücke in der Abwehrreihe schließen soll, stand nicht auf dem Feld.

In der gleichen Kategorie stehen die Laufenburger vor weiterem Zuwachs: Wie Flaig spielte auch Jonas Gläsemann (FC Schaffhausen II) in der Jugend des SC Freiburg, der 22-jährige Abwehrspieler aus Berau stand einst im U-19-Bundesligakader des Sportclubs. Zuletzt gaben die Nullachter schon die Verpflichtung von Torwart Denis Quintero, Bruder des Rheinfelder Keepers Dany Quintero, und Gabriel Steffen aus der U 19 der SG Waldshut-Tiengen bekannt. Noch ist Einiges in Bewegung bei den Laufenburgern.

SVW: Keller (46. Götz); Lo Russo (46. Gutjahr), Maier (46. Groß), Do Le (46. Ceesay), Sprich (46. Samardzic), Tindano (46. Hänggi), Ismajli (46. Camara), Mislimovic (46. Ungur), Buda (46. Stöhr), Salja (46. Kaiser), Korkmaz (46. Tschira). SV 08: Cambero; Zölle (70. Sprick), Heyde (46. Schneider), Hackenberger (46. Heinemann), D’Accurso, Mendy (46. Mitkidis), Esser, Mathis, Wießmer (46. Bouhouch), B. Halili, L. Halili (46. Illmann). Tore: 1:0 Ismajli (17.), 2:0 Lo Russo (19.), 3:0 Buda (45.+1), 4:0 Stöhr (64.), 5:0 Ceesay (65.), 6:0 Stöhr (81.), 7:0 Ceesay (90.+1).