Tennis

TC 1923 Grenzach steht in der Oberliga vor steigenden Anforderungen

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Do, 05. Mai 2022 um 18:27 Uhr

Tennis

Der TC 1923 Grenzach startet mit zwei Teams in die Oberliga-Saison. Das Ziel ist jeweils der Klassenerhalt. Die Frauenequipe muss dabei die steigenden Anforderungen bewältigen.

Eine Saison ohne Abstieg spielen zu können, mag auf den ersten Blick seinen Reiz haben. Es nimmt den Druck und am Ende der Runde muss sich niemand ob eines verpassten Klassenerhalts grämen. Im Tennis war der Abstieg zuletzt pandemiebedingt ausgesetzt, Rückzüge auch während der Saison möglich. Diese Freiheit hatte allerdings auch ihren Preis: der Wettbewerbscharakter hat gelitten.

Dass der Tennis-Sommer nun wieder das bewährte System mit Auf- und Abstieg bereithält, bewertet Nicola Grether positiv. "Dafür spielt man die Medenrunde in der Mannschaft", sagt die Kapitänin des TC 1923 Grenzach. "Es ist ein ganz anderes Gefühl, man ist vor den Spielen auch wieder ein bisschen aufgeregt und nervös." Am Sonntag starten die Grenzacherinnen wie die Männer-Reserve in die Oberliga-Runde, für die Badenliga-Equipe steht der Auftakt erst am 25. Juni an.

Ohne externe Spitzenspielerinnen ist die Konkurrenzfähigkeit gefährdet

In der Oberliga verortet Grether ihre Equipe "im hinteren Mittelfeld, wie jedes Jahr. Wir müssen schauen, ob wir das halten wollen und können". Zwar will der TC 1923 mit eigenen Akteuren antreten, ohne Spitzenspielerinnen einzukaufen. "Aber um die Liga zu halten und konkurrenzfähig zu sein, haben wir gar keine andere Möglichkeit mehr, als vorne eine zu haben." Zumal im Verein derzeit "nicht viel nachkommt" und es Ausfälle zu beklagen gibt. Die Niveauverschiebung in der Liga hat Grether selbst erfahren. Sie trifft inzwischen an Position fünf oder sechs auf Gegnerinnen, die früher "Position drei oder vier" zuzuordnen waren.

Zum Start beim TC Markdorf (11 Uhr) kann der TC 1923 auf Jessica Crivelletto an Position eins setzen. Die 23 Jahre alte Schweizerin, einst auf Weltranglistenplatz 772, soll bei zwei, drei Spielen auflaufen und helfen, den Klassenerhalt zu erreichen. So zählt Grether neben Markdorf den TC Tengen zu den Teams, die man hinter sich lassen muss.

Entgegen der Planung müssen Grether und Alina Oschem, die als siebte Spielerin oder für die Doppel vorgesehen waren, regelmäßig aufschlagen. Denn Talent Rieke Wendt (Schulterverletzung) fällt vorerst aus, Tabea Ludin (Schwangerschaft) steht nicht zur Verfügung und Claire Hupfer fungiert als Ersatz. Zum Stamm zählen die Schopfheimer Schwestern Frieda und Lucia Sutter, Lizanne Mordig und die junge Schweizerin Aurora Zurmühle. "Sie wird regelmäßig spielen und ist eine große Unterstützung", so Grether.

Grenzacher Männer-Reserve startet als Aufsteiger

Als Aufsteiger startet das zweite Männerteam des TC 1923 in die Oberliga. "Das Ziel ist der Klassenerhalt", sagt Kapitän Moritz Schmidt, der sich zuversichtlich zeigt, stets "ein gutes Team" zusammenstellen zu können. Nur schwer einzuschätzen sind im Vorfeld die Gegner, der Start beim TC Überlingen (Sonntag, 11 Uhr) "wird ziemlich schwer werden", vermutet Schmidt.

Personell verfügt Grenzach über viele Optionen, zumal ein Austausch zwischen den Teams der Baden- und Oberliga denkbar ist. Nebst Schmidt zählen der Schweizer Batiste Guerra, Fabian Beck und Marcel Rodewald zum Stamm der Reserve. Eine Chance sollen zudem Nachwuchsakteure wie Leo Schirmer (Schmidt: "Er war schon vergangenes Jahr fester Bestandteil der Mannschaft") erhalten. So will der Kapitän auch U-14-Landesmeister Arian Hasas aus Schopfheim ermöglichen, "mal Oberliga-Luft zu schnuppern. Das hat er sich verdient".

Ebenfalls am Wochenende startet die Medenrunde in den Altersklassen und im Bezirk. Sind in der ersten Bezirksliga Oberrhein-Breisgau keine Vereine der Region vertreten, stellt der TC Dogern mit den Männern sowie den aufgestiegenen Frauen zwei Teams in der ersten Bezirksliga Schwarzwald-Bodensee.