Teningen tritt Lärm-Initiative nicht bei

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Do, 28. Mai 2020

Teningen

Gemeinderat spricht sich knapp dagegen aus / Bürger in Ortsteilen hatten über laute Bikes geklagt.

. "Es waren Notschreie aus Landeck und Hinweise aus Heimbach", erklärt Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker seine Beweggründe, dem Gemeinderat den Beitritt zur "Initiative Motorradlärm" vorzuschlagen. Eine knappe Mehrheit der Gemeinderäte sah dies jedoch nicht als das richtige Mittel an, dem unbestritten rücksichtlosen Unwesen von wenigen Prozent der Biker zu begegnen. "Die Initiative schießt mit ihren Forderungen über das Ziel hinaus", so Felix Fischer (FDP). Mit elf zu neun Stimmen wurde der Beitritt abgelehnt.

Klagen über das "unsoziale, asoziale Fahrverhalten, auch weil Lärm gesundheitsschädlich ist", seien aus Landeck an ihn herangetragen worden, so Hagenacker. Auch hätten sich Bürger aus Bottingen und Nimburg mit dem gleichen Anliegen an ihn gewandt. "In Heimbach kenne wir das Problem auch", so Ortsvorsteher Hans-Ulrich Lutz. "Da lassen sich Horden auch durch die 30 Kilometerzone nicht stoppen".

Mit dem Beitritt zu Initiative, der 95 Kommunen und Kreise angehören, aus dem Landkreis Emmendingen Biederbach, Freiamt, Herbolzheim und Kenzingen, wollte Hagenacker "ein Zeichen für die kleinen Ortsteile setzen, dass sie mit diesem Problem nicht allein gelassen werden". Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Felix Fischer (FDP) sprach sich dagegen aus: In letzter Konsequenz würden Beschränkungen und Verbote gefordert, die alle Motorradfahrer treffen. Es sei nicht gerechtfertigt, alle für das Fehlverhalten einiger in Haftung zu nehmen. Motorradfahrerin Martina Sexauer (FDP) sieht das genauso. Die Problematik sei, dass das Tuning-Zubehör legal erworben werden könne, um damit auf privaten Straßen zu fahren. "Es gibt keine lauten Motorräder mehr, laute Motorräder sind manipuliert", sagte Ortsvorsteher Lutz, ebenfalls bekennender Biker.

"Ich solidarisiere mich mit der Initiative", so Michael Kefer (ÖDP). Ihm gehe sie nicht weit genug – Lärm gehe auch von hochgetunten Autos und historischen Traktoren aus. Hagenacker verwies auf die problematische Ermittlung von Motorradfahrern, die sich nicht an die Regeln halten. Die Pflicht, ein Fahrtenbuch führen zu müssen, sieht Sexauer als unverhältnismäßig an. Dass einzelne Straßen ganz oder zeitweise für den Motorradverkehr gesperrt werden könnten, ist für Hagenacker denkbar. Die Schauinslandstrecke – an Wochenenden und Feiertagen gesperrt – ist für ihn ein gutes Beispiel.