Tennisclubs als Vorreiter

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 15. Juni 2020

Tennis

Der badische Verband eröffnet seine Sommersaison, doch aus der Region treten höherklassig nur zwei Grenzacher Mannschaften an.

. Vor drei Monaten ist der Spielbetrieb im Amateursport durch die Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen. In Südbaden übernehmen nun die Tennisvereine die Vorreiterrolle und kämpfen ab dem kommenden Wochenende wieder um Punkte. Meist aber nur auf Bezirks- und Kreisebene und ohne sportliche Konsequenzen.

Es war das ersehnte Signal für den Badischen Tennisverband (BTV): Vergangene Woche erlaubte die Landesregierung wieder Wettkämpfe im Breiten- und Leistungssport für kontaktlose Sportarten – wie eben Tennis. Für den Ligastart setzte der BTV überdies voraus, auch Umkleiden und Duschen nutzen zu dürfen, ebenso sollte für Akteure der Aufenthalt auf der Anlage außerhalb des Spielens möglich sein. All diese Eckpunkte sind mit der neuen Corona-Verordnung erfüllt.

Viele Teams sahen zudem im Doppelspiel – seit Anfang Juni wieder erlaubt – einen zentralen Anreiz für einen Start. "Für uns war das mit ausschlaggebend", sagt Angelika Berger, Sportwartin des TC 1923 Grenzach, einziger Club der Region, der in der Medenrunde höherklassig – in der Frauen-Oberliga und in der Männer-Badenliga 55 – antreten wird. Die Aktiven in der Badenliga hatten indes wie auch Aufsteiger TC RW Tiengen verzichtet (wir berichteten).

Für den Mannschaftsspielbetrieb hat der BTV ein acht Punkte umfassendes Hygienekonzept erstellt. Beispielsweise ist der Kapitän des gastgebenden Teams "für die persönliche Befragung" der Spieler und Betreuer "hinsichtlich einer möglichen Covid-19-Erkrankung verantwortlich". Für die Nutzung von Umkleiden und Duschen führt der badische Verband strikte Vorgaben an. Zudem "müssen die Räume gelüftet und gereinigt werden und während des Spiels verschlossen sein", erklärt Berger.

Zuschauer sind zwar prinzipiell nicht erlaubt, doch gibt es Sonderfälle wie beim TC 1923. Der verfügt über eine Gaststätte, von deren Terrasse die Spielfelder einsehbar sind. Freilich gelten auch dort Vorgaben, unter anderem "muss der Wirt seine Gäste dokumentieren", betont Berger.

Sportliche Konsequenzen gibt es in dieser Saison keine: Auf- und Abstieg sind ausgesetzt, nur die Badenligisten können aufsteigen. Das hatte der BTV frühzeitig beschlossen. Im Erwachsenenbereich strebt der Verband das Saisonende bis zum 9. August an, in der Jugend bis zum 26. Juli und somit vor den Sommerferien.

Mitunter verzichtete die gesamte Staffel auf einen Start

Für die Grenzacherinnen sind in der von acht auf drei Vereine geschrumpften Oberliga nur zwei Partien beim TC Wolfsberg Pforzheim und TC Tengen anberaumt. Noch sind die Termine nicht fix, "es könnte sein, dass es ein Heimspiel geben wird", erklärt Berger. In der Badenliga 55 sind für den TC 1923 alle drei Saisonspiele zuhause angesetzt. Ligakonkurrent TG Lonza Weil zog hingegen zurück, ebenso wie zehn weitere Baden- und Oberligisten der Altersklassen aus der Region. Mitunter verzichteten ganze Staffeln: So zogen mit dem TC 1923 alle acht Teams der Männer-Oberliga 50 zurück, deren vier waren es in der Frauen-Oberliga 30 (TC Wehr) und sechs in der Frauen-Badenliga 40 (TSG TC Lörrach/TC Rheinfelden, TC Steinen). In den Südwestligen ist die Runde der Frauen 30 (mit Aufsteiger TC Rheinfelden) und der Männer 65 (TC Lörrach) gestrichen.

Auf den höchsten Bezirksebenen misst sich der TC Rheinfelden in der ersten Bezirksliga (Frauen) und in der zweiten Bezirksliga (Männer) mit je drei Gegnern. Fünf Vereine mit dem TC Eimeldingen und der TSG TC Schönau/TC Todtnau umfasst die zweite Frauen-Bezirksliga.

Weitere Teilnehmer auf Bezirksebene: 1. Bezirksklasse: TC Hauingen, TC Grenzach-Wyhlen (sieben Teilnehmer), Frauen: TSV RW Lörrach, TC Binzen, TC 1923 Grenzach II (6); 2. Bezirksklasse: TC Haltingen, TC 1923 Grenzach III, TC Lörrach (6), Frauen: TC Haagen, TC Rheinfelden II, TC Schopfheim (4). Für die Kreisligen und -klassen sind nach derzeitigem Stand zwölf Teams der Region gemeldet.