BZ-Fragebogen

Thomas Hertle hält Senioren absolut für WG-tauglich

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 14. Januar 2021 um 00:01 Uhr

Rieselfeld

Thomas Hertle (54) hat einst eine Mitwohnzentrale gegründet und engagiert sich bei "Die Neuen Alten" ehrenamtlich. Im BZ-Fragebogen geht es auch um seine Vision vom Wohnen im Alter.

Kurz nach dem Abitur hat Thomas Hertle mit einem Freund eine Mitwohnzentrale gegründet – und sie vor zwei Jahren verkauft. Der 54-jährige Freiburger bringt seine jahrzehntelange Erfahrung mit dem Immobilienmarkt seither bei "Die Neuen Alten" ein, einer Initiative der inklusiven Sozialgenossenschaft Sages, die sich für gelingendes Älterwerden engagiert. Hertle hat zwei Kinder und lebt in Waldsee.

Was machen Sie mit 54 Jahren bei den Neuen Alten?
Ich bin da nicht mal der Jüngste. Das jüngste Mitglied hat gerade Abi gemacht. Mir geht es, wie uns allen, darum, unser drittes Lebensdrittel aktiv mitzugestalten – und das gelingt am ehesten, wenn man früh beginnt.

Sie widmen sich dem Thema Wohnen im Alter. Wie sieht Ihre Vision aus?
Häuser werden so gestaltet, dass Senioren eine Hausgemeinschaft bilden, die sich größtenteils selbst organisiert, aber auch eine Institution zur Seite haben, die sie unterstützt. Die Betreuung wächst nach Bedarf mit.

Wollen Senioren so leben?
Die Menschen, die jetzt alt werden, sind meist recht offen dafür. Viele von ihnen haben studiert und schon mal in einer Wohngemeinschaft gelebt, für die ist das kein völliges Neuland.

Was wollten Sie als Kind werden?
Fußballstar.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Schlossberg.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Das "Feierling".

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Kunst und Erdkunde.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Mit Kindern und über lustige Tiervideos.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Brennholz, Yoga, Zeitung lesen, in der Sonne sitzen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Leben im Jetzt" von Eckhart Tolle.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Immer wieder, um Architektur zu bestaunen.

Welche Musik hören Sie gerne?
Am liebsten live und regionale Acts. Ansonsten Indie, Soul, Trap, Funk, Dub, Reggae.

Ihre Lieblingsinternetseite?
Die "Onleihe" der Stadtbibliothek.

Haben Sie ein Vorbild?
Den Dalai Lama.

Was mögen Sie an sich selbst?
Dass ich gut für mich sorgen kann.

Wovor haben Sie Angst?
Davor, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt.

Was bringt Sie auf die Palme?
Ignoranz. Und meine Tochter kennt alle roten Knöpfe.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Überall wo ich schöne Landschaften, spannende Städte und Kulturen erkunden kann.

Ihr größter Erfolg?
Meine Kinder.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Nach Freiburg 1900, erkunden, wie es damals aussah.

Mit wem würden Sie gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit Michael Scott Hopkins auf der ISS. Um die Erde aus dem All zu betrachten.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Globale Allianz hat mit umfangreichen Maßnahmen den Klimawandel gestoppt und nachhaltig die Lebensgrundlagen aller Menschen gesichert."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Die Basis für eine Freiburger Wohngenossenschaft schaffen, die nachhaltige Wohnformen im Alter (um)baut. Mit Schwimmteich und Dampfbad!

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
... saisonales Gemüse aus der Region.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... erkennt, dass es nicht darum geht , es zu etwas bringen zu müssen.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich in unberührter Natur bin.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... erfahren, wie sich Schwerelosigkeit anfühlt.

Als Oberbürgermeister von Freiburg würde ich ...
... der Stadtverwaltung einen Motivationskick verschaffen.