Härtefallanträge sind doch zulässig

Benedikt Hecht

Von Benedikt Hecht

Do, 30. Juli 2020

Tischtennis

Sportgericht urteilt gegen die Entscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes und erlaubt Vereinen Einspruch nach Quotientenregelung.

Eine Niederlage kassierte der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) vor seinem eigenen Sportgericht. Es geht um Härtefallanträge für die aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochene Spielzeit 2019/20. Diese sind laut dem Urteil des Sportgerichts zulässig, der DTTB hatte dies zuvor anders gesehen.

Am 1. April entschied der Verband, die Saison 2019/20 zu beenden und diese nach dem aktuellen Tabellenstand – unabhängig von der Anzahl der absolvierten Partien – zu werten. Eine Entscheidung, die unter den Vereinen für ziemlichen Unmut sorgte. "Viele Vereine, so auch wir, hielten dies für unfair, da die Tabelle durch die unterschiedliche Anzahl der absolvierten Spiele nicht den aktuellen Leistungsstand widerspiegelte", sagt Thomas Huck, zweiter Vorsitzender der TTSF Hohberg. Zum Zeitpunkt des Abbruchs zählte auch das Hohberger Oberliga-Team zu den benachteiligten Mannschaften, lag man schließlich einen Punkt hinter dem Relegationsplatz. Durch den Rückzug zweier Teams stiegen sie aber dennoch in die Regionalliga auf. Auf einen Protest gegen die Entscheidung des DTTB verzichteten die TTSF damals, schrieben allerdings einen offenen Brief an den Verband, in dem sie fehlende Fairness in der Verbandsentscheidung kritisierten, aber auch, dass diese überhastet getroffen worden sei und das Regelwerk durchaus hätte geändert werden können. "Eine Situation wie jetzt durch Corona hatte bei der Erstellung des Regelwerks niemand auf dem Schirm", sagt Huck. Zudem missfiel den Hohbergern, dass die Vereine nicht ausreichend an der Entscheidungsfindung beteiligt wurden. "Wobei wir mit unserem Protest keine Kritik an DTTB-Präsident Michael Geiger (Haslach/Kinzigtal) äußern wollten, er macht in unseren Augen einen sehr guten Job", sagt Huck.

Das DTTB-Sportgericht urteilte nun im Sinne der Vereine und kassierte die Entscheidung des Verbands ein. So hat nun jeder Verein, der nach der Quotientenregelung einen Aufstiegs-, Relegations- oder zum Klassenerhalt berechtigenden Platz inne hat, die Möglichkeit, innerhalb von 14 Tagen einen Härtefallantrag zu stellen. "Das Sportgericht hat nun im Sinne der Vereine geurteilt, damit ist das Thema für uns erledigt", sagt Huck.