"Ein guter Witz muss im Kopf zünden"

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Fr, 23. Oktober 2015

Titisee-Neustadt

BZ-INTERVIEW mit Kabarettist Christoph Sonntag über die Kunst des guten Witzes und den Weg zum professionellen Spaßmacher.

TITISEE-NEUSTADT. Was macht eigentlich einen guten Witz aus – und kann man Spaß professionell produzieren, wie andere Zahnräder? BZ-Redakteur Sebastian Wolfrum hat nachgefragt, bei einem, der das wissen müsste. Kabarettist Christoph Sonntag tritt im Januar mit seinem neuen Programm im Kurhaus in Titisee auf. Im Interview spricht Sonntag über die Kraft des Humors, über Kalauer und über die Kunst, aus einem Scherz auch einen Lacher zu machen.

BZ: Können Sie sich an Ihren ersten Witz erinnern?

Sonntag: Witzigerweise, ja. Ich war damals beim Kieferorthopäden und gerade sieben oder acht Jahre alt. Im Wartezimmer habe ich eine Zeitschrift angeschaut und da habe ich einen Witz gelesen – es war der erste, den ich in meinem Leben wahrgenommen habe.

BZ: Und konnte der was?
Sonntag: Er ging so: Eine Frau sagt zu ihrem Mann: "Ich habe keine Kleider." Der Mann schaut verdutzt, macht den Schrank auf und sagt: "Du hast doch total viele. Schau mal, hier ist ein rotes, ein blaues, ein gelbes, Hallo Gerd, eins mit Streifen, ein grünes …" Das mit dem Liebhaber im Schrank habe ich begriffen und fand es damals sehr witzig. Den habe ich mir gemerkt.

BZ: Haben Sie denn früh gemerkt, dass Sie ein Talent als Unterhalter haben?

Sonntag: Ich war eher ein schmächtiges Kind, nicht der, der sich körperlich hätte durchsetzen können. Da wurde mir schnell klar, die anderen sind stärker und brutaler, aber du bist klüger, witziger und süffisanter. Ich habe mir früh meinen Ruf erarbeitet, indem ich etwas Stimmung gemacht habe und dann bin ich auch nicht verhauen worden. Ich habe schon damals immer die Menschen ...

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