Geschäftsaufgabe

Traditions-Juwelier Müller in Lörrach macht nach 32 Jahren zu

Johanna Hoegg

Von Johanna Hoegg

Sa, 21. September 2019 um 12:06 Uhr

Lörrach

Das Inhaber-Paar schließt sein Schmuckgeschäft an der Tumringer Straße in Lörrach – vor allem, weil es nun mehr Zeit füreinander haben will. Sie hoffen, dass ihnen ein anderer Juwelier nachfolgt.

Das Juweliergeschäft Müller schließt Ende des Jahres. 32 Jahre standen Stefan Müller und seine Frau Anne-Doris einer anspruchsvollen Kundschaft beratend zur Seite. Jetzt möchten die Eheleute mehr Zeit mit- und füreinander haben und freuen sich aufs Reisen. Sie hoffen, dass die Hausbesitzer Peter und Brigitte Nittel wieder einen Juwelier für die Räumlichkeiten im markanten Geschäftshaus an der Tumringer Straße im Stadtzentrum finden.

Sie waren jung und frisch verheiratet, als sie sich in Kitzingen selbständig machten. Stefan Müller hatte bei seinem Vater das Handwerk gelernt, das schon der Großvater ausgeübt hatte. 16 Jahre waren sie in der Schmuckbranche tätig, bis sie einen großen Schritt wagten und das Frankenland verließen.

Leuchtende Augen der Brautpaare

In Lörrach übernahmen sie das Juweliergeschäft Nusser – und sie haben es nie bereut, auch wenn das Alemannische ihnen anfangs Schwierigkeiten bereitete. Sie erzählen mit leuchtenden Augen von vielen Brautpaaren, die bei ihnen die allerschönsten Trauringe fanden, vom guten geschäftlichen Erfolg, den sie mit ausgewählt schönen Verlobungsringen hatten. Sie waren Pioniere bei der Nutzung digitaler Beratung in diskretem Ambiente.

"Superluxus war nie unser Ding."

Stets legten sie Wert auf hohe Qualität beim Schmuck – nur echte Gold- und Platinringe ("wir haben 200 Paare") und auch bei Uhren. "Wir hatten Freude an unserer Arbeit, wollten unsere Kunden emotional erreichen und ihnen Schmuck im mittleren und gehobenen Segment anbieten. Superluxus war nie unser Ding." Stark nachgefragt über die Jahren waren stets Perlen, die sich auch im Signet wiederfanden. Natürlich waren viele Schweizer Kunden eine wichtige Klientel.



Doch das Geschäft habe sich so gut entwickelt, dass man auch ohne die ausländische Kundschaft hätte existieren können, erzählt Stefan Müller. Zusammen mit ihrem sechsköpfigen Team wollen die Müllers auch die letzte Phase auf hohem Niveau abwickeln. Erstmals komplett frei haben die Müllers und ihr Team am 24. Dezember. Der Mietvertrag läuft Ende des Jahres aus. Wenn sich wieder ein Juwelier als Mieter finden würde, findet er geschmackvoll ausgestattete und sicherheitstechnisch hoch gerüstete Räumlichkeiten.

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