Lustgartenstraße

Tramübergang in Weil wird nach tödlichem Unfall besser gesichert

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Do, 07. November 2019 um 11:21 Uhr

Weil am Rhein

Im Oktober wird in Weil eine Frau an einem Übergang von der Tram erfasst. Nach dem tödlichen Unfall wird eine weitere Fußgängerampel auf Augenhöhe angebracht. Außerdem wird es einen Warnton geben – aber keine Schranke.

Nach dem tragischen Verkehrsunfall mit einer Toten am Tramübergang nahe der Lustgartenstraße Ende Oktober haben sich Vertreter der zuständigen Behörden vor Ort getroffen, um eine Bewertung der Verkehrssituation in diesem Bereich zu treffen und über mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu beraten. Die Stadtverwaltung wird nun zusätzliche Rotlichtzeichen auf Augenhöhe von Fußgängern sowie ein ortsfestes akustisches Signal anbringen lassen.

Offensichtlich reichen die vorhandenen Signale nicht aus

Der tödliche Unfall am 22. Oktober war bereits der fünfte Zwischenfall, bei dem Personen die vorhanden Signale übersehen hatten und mit der Tram zusammengestoßen waren. Dabei waren nach und nach zusätzliche Sicherungen, wie das langsame Fahren der Tram, die zudem in den Kreuzungsbereich klingeln muss, eingeführt worden. Offensichtlich reichen die vorhandenen Signale aber nicht aus, um solches Fehlverhalten nachhaltig zu verhindern. Deswegen war nach dem tragischen Unfall auch die Forderung nach Schranken laut geworden, die das Überqueren gänzlich unterbinden.

Die Fachleute der technischen Aufsichtsbehörde für Straßenbahnen beim Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, des Verkehrskommissariats des Polizeipräsidiums Freiburg, der Basler Verkehrsbetriebe BVB und der Stadtverwaltung erörterten daher ganz verschiedene Möglichkeiten. In Erwägung gezogen wurden die Einrichtung von Schranken oder Umlaufgittern, zusätzliche Ampelzeichen und akustische Signale sowie Bodenmarkierungen.

Gremium einigt sich

Geeinigt hat sich das Gremium nun darauf, dass die Stadtverwaltung zusätzliche Rotlichtzeichen auf Augenhöhe von Fußgängern sowie ein ortsfestes akustisches Signal anbringen lassen wird. Das Licht soll am Mast unterhalb der bereits bestehenden Lichtanlage installiert werden und in den Blickwinkel der herannahenden Fußgänger und Fahrradfahrer geneigt eingerichtet werden. Außerdem soll der Überweg mit weiteren auffälligen Bodenmarkierungen versehen werden. Wie diese genau ausgestaltet sein sollen, wird die Straßenverkehrsbehörde im Rathaus mit der Polizei abstimmen.

"Nach derzeitigem Stand der laufenden Ermittlungen liegen keine Anhaltspunkte für eine Störung der Ampelanlage zum Unfallzeitpunkt vor." Andreas Schaffhauser

Die Verantwortlichen haben sich auf Basis der bisherigen Erkenntnisse zu dem Geschehen auf diese Maßnahmen verständigt, nachdem Andreas Schaffhauser, Leiter des Verkehrskommissariats Weil am Rhein, den Unfallhergang noch einmal genau erläutert hatte. "Nach derzeitigem Stand der laufenden Ermittlungen liegen keine Anhaltspunkte für eine Störung der Ampelanlage zum Unfallzeitpunkt vor", bestätigte Schaffhauser.

Schranken wohl nicht zielführend

Die mögliche Anbringung von Schranken wurde bei dem Treffen intensiv erörtert, als Maßnahme dort jedoch als nicht zielführend erachtet. "Die Unfallgefahr könnte dadurch sogar erhöht werden", erklärt Michael Rosenberger, Baudirektor des Referats Verkehr des RP Stuttgart und damit technische Aufsichtsbehörde für Straßenbahnen. Grund ist die allgemeine Erfahrung, dass Verkehrsteilnehmer gerade per Rad bei geschlossenen Schranken andere gefährliche Wege suchen, um diese auf die Schnelle zu umgehen. Ähnlich verhält es sich mit Umlaufgittern. Deren Zweck, nämlich die Blickrichtung auf die nächste Tram zu erzwingen, ist an dieser Stelle bereits durch die Annäherungssituation der Verkehrsteilnehmer erfüllt.

Bürgermeister Rudolf Koger resümiert nach der gemeinsamen Verkehrsschau: "Wir wollen als Stadt unser Möglichstes tun, um den Bürgerinnen und Bürger eine sichere Verkehrsumgebung zu bieten. Wir sind uns jedoch bewusst, dass wir nicht alles kontrollieren, beziehungsweise verhindern können."