Nachruf

Trauer um den Zartener "Bärenwirt" – er verunglückte bei Waldarbeiten

Kathrin Blum

Von Kathrin Blum

Di, 16. Februar 2021 um 17:08 Uhr

Kirchzarten

Der tragische Tod von Thomas Steinhart erschüttert viele Menschen im Dreisamtal. Im Alter von 48 Jahren ist der Wirt des Landgasthofes Bären am Donnerstag bei Waldarbeiten tödlich verunglückt.

Steinhart führte das seit mehr als 500 Jahren bestehende Zartener Traditionsgasthaus in 21. Generation. 2018 zeichnete der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband den "Bären" als erstes Haus deutschlandweit mit fünf sogenannten G-Sternen – der Klassifizierung für Gasthöfe mit neun bis 20 Gästezimmern – aus.

"Freund, Ratgeber, Beschützer und Helfer in jeder Situation."

Die Mitarbeiter des "Bären" würdigen Steinhart auf der Facebook-Seite des Gasthofs als "Freund, Ratgeber, Beschützer und Helfer in jeder Situation", als Mann voller Tatendrang und Energie, der stets das Positive gesehen und den Blick nach vorne gerichtet habe. Diesen Eindruck bestätigen etliche Weggefährten, etwa Stefanie Groß von den Tauziehfreunden Dietenbach. Sie bezeichnet den Verstorbenen, dessen Leidenschaft das Tauziehen war, als "großen Motivator, der mitreißen konnte"; als Gönner, der in jeder Situation unterstützt habe – sportlich, finanziell und ideell. "Bei ihm gab’s kein ,es geht nicht’", sagt Groß. Mit seiner positiven Lebenseinstellung sei der zweifache Vater für viele ein Vorbild gewesen.

"Dem Verstorbenen lag das Wohl der Gemeinde Kirchzarten sehr am Herzen."

"Dem Verstorbenen lag das Wohl der Gemeinde Kirchzarten sehr am Herzen", heißt es im von Bürgermeister Andreas Hall und Feuerwehrkommandant Karlheinz Strecker unterzeichneten Nachruf der Gemeinde. Er habe sich in besonderem Maße eingesetzt, sein ehrenamtliches Engagement für die Feuerwehr und seine Heimatgemeinde seien "herausragend und beispielhaft" gewesen.

Marco Hauser vom Bürgerverein Zarten nennt Steinhart einen "Tausendsassa", einen Mann, der unermüdlich immer zur Stelle war, wenn es etwas zu tun gab; der mit Rat, Tat und Equipment unterstützte. Von 2005 bis zu seinem Tod war Steinhart Abteilungskommandant der Zartener Feuerwehr, viele Vereine förderte er als Passivmitglied – und mit seiner Arbeitskraft. Den "Bären" habe Steinhart für viele Zartener zum zweiten Wohnzimmer gemacht, erzählt Hauser. Neben der Gastronomie und der Familie sei der Wald sein Leben gewesen, sagen Weggefährten, die unisono betonen: "Thomas hinterlässt eine große Lücke."