Jazz

Trompeter Wallace Roney gestorben

René Zipperlen

Von René Zipperlen

Di, 31. März 2020 um 23:51 Uhr

Rock & Pop

Wynton Marsalis schätzte ihn hoch ein, er stand noch mit Miles Davis auf der Bühne und spielte in mehreren Tribute-Projekten die Musik seines Idols. Am Dienstag verstarb Wallace Roney mit 59 Jahren.

In Stanley Nelsons 2019er-Dokumentation "Birth Of The Cool" über Miles Davis steht er auf der Bühne bei der letzten Live-Aufnahme der großen Jazz-Legende. Und weil Bandleader Quincy Jones weiß, dass es bei den "Sketches Of Spain" einige heikle technische Passagen gibt, springt Wallace Roney bei den Soli für den schon schwerkranken Davis ein. An diesem Dienstag starb er selbst, laut dem US-Fachmagazin Downbeat in Folge von Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung.

Roney kam am 25. Mai 1960 in Philadelphia zur Welt, spielte seit seinem neunten Lebensjahr Trompete und studierte schließlich am renommierten Berklee College in Boston. In New York schenkte Miles Davis dem 21-jährigen eine seiner Trompeten. Roney spielte zunächst bei Wynton Marsalis, dann bei Art Blakey’s Jazz Messengers, die er 1987 leitete. Kenny Baron nannte ihn "den strahlendsten jungen Musiker der Szene".

Roney gilt als wichtigster Trompeter der Davis-Schule seiner Generation und übernahm passenderweise 1992 auch die Hauptrolle in Gerry Mulligans "Re-Birth Of The Cool"-Projekt sowie in Herbie Hancocks "Tribute To Miles" in einer Band, in der bis auf ihn alle Musiker in den 60er Jahren bei Miles Davis gespielt hatten. Roney gewann mehrere Kritikerumfragen für sein Spiel und erschien auf rund 300 Alben. 2019 erschien sein Album "Blue Dawn – Blue Nights".