Konjunktur

Trübe Aussicht bei Oberkircher Autozulieferer PWO

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Di, 28. Juli 2020 um 19:09 Uhr

Wirtschaft

Der südbadische Automobilzulieferer PWO stellt sich auf eine lange Durststrecke ein. Es werde etliche Jahre dauern, bis Absatz und Produktion wieder das Niveau von 2017 erreichen könnten.

Das sagte PWO-Vorstandschef Volker Simon bei der virtuellen Hauptversammlung der Gesellschaft am Dienstag. 2017 war das Jahr mit dem weltweit höchsten Autoabsatz. In China, dem größten Automarkt der Welt, wurden damals mehr als 24 Millionen Fahrzeuge verkauft, 2019 waren es nur noch 21 Millionen.

Zusätzlich zur Branchenkrise hat die Corona-Krise dazu geführt, dass das Geschäft von PWO im April praktisch zum Stillstand kam.

In 2020 gibt es rote Zahlen

Die Auslastung sei zeitweise auf 22 Prozent gefallen, sagte Finanzvorstand Bernd Bartmann. Deswegen werde man 2020 rote Zahlen schreiben, kündigte er an, ohne Zahlen zu nennen. Die Aktionäre bekommen für 2019 keine Dividende, der Vorstand und die Führungsmannschaft keine variable Vergütung, zudem verzichten sie auf zehn Prozent ihres Fixgehaltes. Der Verzicht auf eine Dividende schone die Liquidität, sagte Bartmann und verwies darauf, dass PWO zum 30. September eine Reihe von Finanzkennzahlen einhalten müsse, die mit den kreditgebenden Banken vereinbart seien. Zum 30. Juni sei das gelungen, wie er betonte.

Verhandlungen über Sanierungstarifvertrag

Seit Jahresbeginn wurden in Deutschland 260 Stellen abgebaut, laut Vorstand durch Auslaufen von befristeten Verträgen und den Abbau von Leiharbeit. Vorstandschef Simon betonte erneut, am deutschen Standort in Oberkirch seien die Kosten zu hoch. Mit der Industriegewerkschaft Metall verhandelt PWO deswegen über einen Sanierungstarifvertrag.