Ringen

TuS Adelhausen gelingt souveräner Derbysieg gegen RKG Freiburg

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

So, 26. September 2021 um 18:37 Uhr

Ringen

Der TuS Adelhausen hat seine Siegesserie in der Bundesliga fortgesetzt. Im südbadischen Derby bezwangen die TuS-Ringer die RKG Freiburg mit 22:8 und lagen damit über den Erwartungen.

An Vertrauen in seine Ringer mangelt es Florian Hassler nicht. Der Coach des TuS Adelhausen weiß um die Qualitäten seines Erstliga-Kaders. Doch vor dem Duell mit der RKG Freiburg hätte er nicht gedacht, "dass die Kämpfe so perfekt laufen würden". Beim TuS griffen die Zahnrädchen perfekt ineinander, sodass Hassler nach dem 22:8-Erfolg sehr, sehr zufrieden" mit seinem Team war, das acht der zehn Kämpfe gewann. Mit ihrer souveränen Vorstellung vor 300 Zuschauern untermauerten die Adelhauser ihren Anspruch auf eine Spitzenposition in der Südwest-Staffel.

Ihren Anteil daran hatten Arian Güney und Manuel Wolfer, denen im dritten Anlauf jeweils der erste Sieg gelang. Eineinhalb Jahre hatten beide nur phasenweise trainieren können, allerdings blieben sie – weil sie derzeit nicht dem Nationalkader angehören – ohne Wettkampfpraxis. Bei Wolfer hatte Hassler nach Startschwierigkeiten angemerkt, dass "wir an ein paar kleinen Stellschrauben drehen müssen, damit die Zahnrädchen optimal ineinandergreifen". Doch das ginge nicht von heute auf morgen, zumal "ein Zahnrädchen die Wettkampfpraxis ist". So ist derzeit jeder Kampf, jede Minute auf der Matte wertvoll.

"Es war wichtig, dass wir uns im Derby gut verkaufen." TuS-Trainer Florian Hassler
Bei Güneys 3:2-Punktsieg gegen Mihail Bradu (Greco bis 86 Kilogramm) "waren Bewegungsabläufe drin, die schon viel besser waren als in den ersten beiden Kämpfen", befand Hassler. Wolfer wiederum habe Masi Salahi nach der Pause "den Schneid abgekauft", er war im Freistil bis 66 Kilogramm bei 17:4-Führung auf dem Weg zum Überlegenheitssieg, ehe sich Salahi in der Beinschraube verletzte und aufgeben musste.

Welchen Vorteil Wettkampfpraxis bietet, zeigt sich bei Kevin Henkel (Hassler: "Er ist so stark drauf"). Der Nationalmannschaftsringer konnte auch im Lockdown Wettkämpfe bestreiten. Und trat er am vorangegangenen Samstag für die TuS-Reserve in der Oberliga an, absolvierte er einen Tag später innerhalb des Nationalkaders vier Wettkämpfe in Heidelberg. Zusätzliche Praxis für Henkel, der im Derby im 75er-Freistil faktisch kampflos vier Punkte gegen den mit Übergewicht angetretenen, verletzten Kevin Spiegel holte.

Für Hassler "war es wichtig, dass wir uns im Derby gut verkaufen". Zwar konnte die RKG nicht ihre beste Formation aufbieten, was allerdings ebenso für den TuS galt. Denn der Ungar Istvan Vancza und der Pole Sebastian Jezierzanski waren wegen der anstehenden Weltmeisterschaft nicht abkömmlich. "So haben sich Pascal Ruh und Stephan Brunner in den Dienst der Mannschaft gestellt", lobte Hassler das Duo, das jeweils technisch überhöht unterlag.

Nach der WM steht das Top-Duell mit Köllerbach an

Die Top-Duelle der Freistiler entschieden Levan Metreveli (im 57er gegen Mihail Lapp) und Giorgi Sulava für sich. Letzterer habe sich in der Klasse bis 80 Kilogramm mit Jon Vasilachi "einen super Kampf geliefert. Ein Leckerbissen für die Zuschauer. Sie haben jede Situation ausgerungen", so Hassler über Sulavas 11:1-Punktsieg. Und Felix Krafft unterstrich im Greco-Schwergewicht gegen Maximilian Remensperger (7:0) seine gute Form.

Nach der WM-Pause kommt es für den TuS zum Top-Duell beim ebenfalls punktverlustfreien Spitzenreiter KSV Köllerbach (16. Oktober). Hassler geht davon aus, "dass wir mit ihnen den Gruppensieg unter uns ausmachen". Den Saarländern attestiert der Adelhauser Coach nochmal eine höhere Flexibilität. "Mit diesem Kader sehe ich in ihnen auch einen Kandidaten für die Mannschaftsmeisterschaft."