Handball Südbadenliga

TuS Altenheim und HGW Hofweier teilen die Punkte

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Mo, 07. Oktober 2019 um 11:47 Uhr

Südbadenliga

Der HGW Hofweier und TuS Altenheim enttäuschen spielerisch im Derby. Keine der Mannschaften wurde dem Anspruch an ein Spitzenteam gerecht, Einzelaktionen bestimmten das Geschehen.

NEURIED-ALTENHEIM. Emotionen und Kampf bestimmten das Südbadenligaderby TuS Altenheim gegen den HGW Hofweier, das mit einem verdienten 23:23 (12:13) endete. Der Hofweierer Adrian Volk traf genau mit der Schlusssirene zum Ausgleich.
TuS-Torwart Philipp Grangé, der eine überragende Partie gezeigt hatte, war nach Schlusspfiff stocksauer. "Für mich ist nicht wichtig, ob der Ball vor oder nach der Schlusssirene im Tor war. Viel wichtiger finde ich, dass die Schiedsrichter bei unserem letzten Angriff schon nach wenigen Sekunden Zeitspiel angezeigt haben. Das ist schlicht eine Frechheit."

Was war passiert? Der TuS führte mit 23:22, noch 25 Sekunden waren auf der Uhr, als der TuS in Ballbesitz kam und dessen Trainer Michael Schilling seine Spieler sofort zu einem abschließenden Gespräch bat. Natürlich ging es um das Verhalten im kommenden Angriff, um die hauchzarte Führung über die Runden zu bringen. Es waren keine zehn Sekunden nach der Auszeit gespielt, als das Schiedsrichtergespann Daniel Gerspach und Moritz Schmidberger die linke Hand zum Zeitspiel hoben und ihre bis dahin anständige Leistung in einem nicht ganz einfachen Derby entwerteten. In Eile ging den Altenheimern der Ball nun verloren, Adrian Volk glich vermutlich auf die Hundertstelsekunde genau mit der Schlusssirene aus.

Zweifelsohne war Grangé mit seiner harschen Schiedsrichterkritik im Recht: Selbst HGW-Akteur Robin Dittrich räumte ein: "Das frühe Zeitspiel hat mich auch gewundert – aber man nimmt es in solchen Momenten natürlich dankend an." So kam es, dass sich beide Kontrahenten unentschieden trennten, was ungeachtet der Entstehung völlig in Ordnung geht. Spielerisch hätte keine der beiden Mannschaften zwei Punkte verdient gehabt. Keine brachte einen halbwegs ansehnlichen Spielfluss zustande, und zeitweise konnten einem die 700 Zuschauer in der überfüllten Herbert-Adam-Halle beinahe leid tun. Höhepunkt des Tages war der Treffer des verhinderten Matchwinners Grangé, der den Ball aus einer Distanz in leere Tor bugsierte, aus der Torhüter eben zu treffen pflegen.

Spiel war auf beiden Seiten von Einzelaktionen geprägt

Es war der Treffer zur erstmaligen Führung (19:18) für die Altenheimer nach langer Zeit. Ansonsten jedoch gönnte sich der TuS Altenheim in beiden Abschnitten jeweils beinahe zehn Minuten ohne Torerfolg, der HGW traf zwischen der 40. und 54. Minute das Tor nur zweimal. Beides lag durchaus nicht an überragend eingestellten Abwehrreihen, sondern eher daran, dass das Spiel auf beiden Seiten von Einzelaktionen geprägt war, die entweder am Aluminium endeten oder von herausragenden Torstehern gut zu antizipieren waren. Kämpferisch hätten beide Teams den Sieg verdient gehabt, wie Dittrich konstatierte. "Es war beeindruckend, wie sich beide Mannschaften den Arsch aufgerissen haben." Spielerisch hingegen zeigte sich Dittrich von sich und seinen Kameraden enttäuscht. "Wenn man weiß, welches Potential wir haben, dann müssen wir froh sein, am Ende einen Punkt mitnehmen zu können." Und er zollte Lob an die Mitbewerber: "Die Altenheimer haben nur eine Chance gegen uns, wenn sie unser Spiel kaputt machen. Das haben sie heute taktisch richtig gut gemacht. Ein großes Kompliment." Für den HGW ist es unterm Strich ein Punktverlust, der noch schmerzlich werden könnte. "Vor einer Viertelstunde hätte ich das Remis noch abgelehnt", sagte Dittrich. "Aber nach dieser Schlussphase müssen wir damit zufrieden sein." Letztlich schienen alle Akteure mit dem Unentschieden ihren Frieden finden zu können und so klopfte man sich nach Schlusspfiff kameradschaftlich auf die Schulter.

TuS Altenheim: Grangé 1, Zölle; Sutter 9/3, Pfliehinger, Fels, Meinlschmidt 6, Rudolf, Höfer, Glunk 6, Kugler, Biegert, Gieringer 1, Gaudin. HGW Hofweier: Nikolic, Herbert; Spraul, Blasius 1, Schade, Vucetic 8/4, Bächle, Kunde 3/2, Knezovic 2, Volk 1, Dittrich 6, Jankowski 2. Spiel-Film: 2:2, 3:4, 4:5 (9.), 6:5, 8:6, 10:8 (18.), 10:11, 12:13 – 12:16 (39.), 17:17 (48.), 21:18 (54.), 22:21, 23:22, 23:23. Rot: Nikolic (52./HGW, grobes Foulspiel).