Kreisliga

TuS Binzen feiert mit 10:1-Erfolg (wohl) sein Meisterstück

Jürg Schmidt

Von Jürg Schmidt

Mo, 16. Mai 2022 um 18:52 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Die Sektkorken hat der TuS Binzen noch nicht knallen lassen. Aber die Meisterschaft ist dem Primus nach dem jüngsten Kantersieg nur noch theoretisch zu nehmen. Die SF Schliengen festigen Rang zwei.

Der TuS Binzen hat mit dem 10:1-Heimsieg über Todtnau wohl sein Meisterstück abgeliefert. Dass die SF Schliengen in drei Spielen die um 50 Treffer bessere Tordifferenz des TuS aufholen könnten, dürfte nur für Mathematiker von Relevanz sein.

Für Frank Malzacher, den spielenden Co-Trainer von Karl-Frieder Sütterlin beim TuS Binzen, war klar: "Wenn wir in Spiellaune kommen und von Anfang an Druck machen, sind wir schwer aufzuhalten." Das bekam Todtnau zu spüren: Der Sekundenzeiger hatte gerade einen Drittelkreis beschrieben, da stand es bereits 1:0. "Danach haben wir uns in einen Rausch gespielt", so Malzacher.

Die Überlegenheit und die hohe Führung gestattete es Binzen, Spielern, die bisher selten zum Zug kamen, Gelegenheit zu geben, sich zu präsentieren. Etwa Christof Heinzmann von der dritten Mannschaft, der den Doppelpack zum 10:1-Endstand schnürte. Oder Patrick Cali, der nach langer Verletzungspause wieder zu alter Form fand. Am Wochenende wollen die Binzener mit einem Sieg beim SV Weil II auch die letzten rechnerischen Zweifel an der Meisterschaft beseitigen.

"Wir lassen uns die Butter nicht mehr vom Brot nehmen." Schliengens Trainer Alex Schöpflin über den Kampf um Rang zwei
Die SF Schliengen festigten mit dem 5:1-Erfolg in Schopfheim den zweiten Tabellenplatz. Zehn Zähler beträgt der Vorsprung auf Rheinfelden II. Zwar erinnerte SF-Trainer Alexander Schöpflin daran, dass der FSV ein Nachholspiel in petto hat, "aber wir lassen uns die Butter nicht mehr vom Brot nehmen". Er zeigte sich beeindruckt vom Laufpensum, das seine Elf trotz intensiver Englischen Wochen hinlegte. Begonnen hatte die Partie aber mit einem Schockmoment: Jonas Lösle zog sich bei der ersten Aktion eine Verletzung zu und musste nach neun Minuten ausgewechselt werden. "Das hat uns zurückgeworfen, und prompt haben wir das 1:0 kassiert", erklärte Schöpflin. "Aber wir haben uns rasch gefangen." David Held glich aus, und in den 45 Minuten nach Wiederanpfiff bestimmte Schliengen das Geschehen. "Das 1:0 und ein Schuss von Sergio Cammarano waren die einzigen Chancen von Schopfheim", so Schöpflin.

Nur zu gerne hätten die Schopfheimer im Aufstiegsrennen das Zünglein an der Waage gespielt, verriet Jörg Nägelin vom SV-Trainerteam – alleine um nach zwei Niederlagen wieder in die Spur zu finden. "Mit der ersten Halbzeit waren wir nicht unzufrieden", so Nägelin. "Das Defensivverhalten war in Ordnung, wir haben gut gegen den Ball gearbeitet. Wir haben ja auch bis zur 30. Minute mit 1:0 geführt." Die zweite Halbzeit nahm Schopfheim jedoch allen Elan. Binnen sechs Minuten geriet der SVS mit 1:3 in Rückstand. "Zwei Toren hinterherzulaufen, war zu viel", sagte Nägelin. "Die Kräfte ließen nach, schließlich war es bereits das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen." Mit dem 1:4 war die Partie entschieden, kurz vor Schluss traf Lucca Sielaff zum 1:5.

TuS Lörrach-Stetten vor dem Tor einfach gnadenlos

Nicht nur in Binzen und Schopfheim gab es viele Tore. Zehn Treffer bewunderten die Zuschauer auch in Degerfelden, wo der FV der Verbandsliga-Reserve des SV Weil mit 3:7 unterlag. Immerhin auf acht Tore brachte es die Begegnung zwischen dem TuS Lörrach-Stetten und dem FC Hausen. In der vorigen Partie, vor zwei Wochen in Binzen, war Stetten mit 1:8 unterlegen. Das folgende spielfreie Wochenende kam Faik Zikolli daher gerade recht: "Wir haben das Training heruntergefahren und hauptsächlich Regeneration betrieben", erklärte der Coach. In Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Hausen habe er die Zügel wieder angezogen.

"Das Spiel war etwas durchwachsen", so Zikolli, "aber die Mannschaft war gnadenlos vor dem Tor." Dies traf vor allem auf den vierfachen Torschützen Marc Müller zu. Zikolli betonte allerdings: "Er hat tolle Kicker um sich, die ihn bedient haben." Und von denen sich viele für das demnächst anstehende Bezirkspokalfinale empfohlen haben. Kurz vor "Feierabend" kam Zikolli der Aufforderung der Mannschaft nach und begab sich noch selbst aufs Feld. "Die Jungs wissen, dass für jeden Einsatz von mir ein Kasten Bier herausspringt – da sind sie inzwischen sehr geschickt", scherzte er.