Nordrhein-Westfalen

Überraschende Kandidatur: Röttgen will CDU-Chef werden

dpa

Von dpa

Di, 18. Februar 2020 um 09:37 Uhr

Deutschland

Er ist der vierte Mann aus Nordrhein-Westfalen, der sich für den CDU-Vorsitz interessiert. Norbert Röttgen wurde einst von Kanzlerin Merkel aus dem Kabinett geworfen und sieht nun eine neue Aufstiegschance.

Der frühere Bundesumweltminister und heutige Außenpolitiker Norbert Röttgen will neuer CDU-Vorsitzender werden. Der 54-Jährige habe seine Kandidatur in einem Schreiben an die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt, berichtete die "Rheinische Post" aus Düsseldorf am Dienstag.

In einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag bestätigte er seine Ambitionen. Röttgen ist damit der erste, der eine Kandidatur offiziell ankündigt. Röttgen stammt wie die anderen voraussichtlichen Bewerber Friedrich Merz, Armin Laschet und Jens Spahn aus Nordrhein-Westfalen.

Merkel soll bis zum Ende der Wahlperiode im Amt bleiben

Röttgen plädierte am Dienstag dafür, zunächst die Frage des Parteivorsitzes zu klären. Der oder die neue Vorsitzende habe den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur. Darüber müsse dann mit der CSU gesprochen werden. Die Kanzlerkandidatur sollte bis zum Jahresende entschieden sein.

Gefragt nach der Dauer der Kanzlerschaft von Angela Merkel sagte er: "Die Bundeskanzlerin ist gewählt, und nach meiner Einschätzung, nach meinem Wollen wird sie bis zum Ende der Wahlperiode Kanzlerin bleiben."

Röttgen war von 2009 bis 2012 Bundesumweltminister und setzte sich 2010 in einer Mitgliederbefragung um den NRW-Landesvorsitz gegen Laschet durch. Die Landtagswahl 2012 verlor er, woraufhin Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn aus dem Kabinett entließ. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages konnte er sich danach international neu profilieren.