Anschlag verurteilt

Unbekannte lösen Radmuttern eines Verkaufswagens in Gersbach

Gerd Sutter & André Hönig

Von Gerd Sutter & André Hönig

Fr, 07. Mai 2021 um 19:28 Uhr

Schopfheim

Im Gersbacher Ortschaftsrat wird der Anschlag auf einen Verkaufsstand verurteilt. Der Fahrer sieht sich in potentieller Lebensgefahr. Ein Ortschaftsrat wehrt sich gegen Gerüchte, wonach er der Täter sei.

Scharf verurteilt wurde das Lösen von Radmuttern an einem Verkaufswagen im Gersbacher Ortschaftsrat. Ortsvorsteherin Ann-Bernadette Bezzel stellte klar, dass dies völlig inakzeptabel sei. Fahrer Ernstfrieder Schmidt sprach von einem "Anschlag auf mein Leben". Ortschaftsrat Enrico Beckmann sah sich wegen kursierender Gerüchte genötigt, öffentlich klar zu stellen, dass er nicht der Täter sei, und sprach von Verleumdung.

Der Verkaufswagen einer Firma in der Wehratalstraße hatte in Gersbach zuletzt für Diskussionen gesorgt, weil er auf einer öffentlichen Fläche abgestellt ist. Es habe auch schon mehrere Zusammenkünfte wegen dieses Themas gegeben.

Nun jedoch waren – wie die Polizei kürzlich mitteilte – Ende April sechs Radmuttern des Hängers gelockert worden. Dies nahm jetzt einer der Fahrer – Ernstfrieder Schmidt – zum Anlass, in der jüngsten Ortschaftsratssitzung auf mögliche Folgen hinzuweisen. Mehrere Nächte habe er nicht schlafen können, erzählte Schmidt. Es sei kaum vorstellbar, was gewesen wäre, wenn sich das Rad bei Tempo 90 auf der Bundesstraße nach Lörrach gelöst hätte und der Wagen in den Gegenverkehr geschleudert wäre. Der Anschlag auf den Verkaufswagen sei mehr als nur ein Sachschaden, vielmehr " auch das Leben der Fahrer aufs Spiel gesetzt worden".

Beckmann sieht sich als Opfer von Verleumdung

Ortschaftsrat Enrico Beckmann wiederum gab in der Sitzung ausdrücklich zu Protokoll, dass er entgegen kursierender Gerüchte nicht der Täter sei.

Er habe auch in absolut keiner Weise etwas gegen das Unternehmen und die Betreiber. Er habe nur rechtlich geklärt wissen wollen, ob es in Ordnung sei, dass der Wagen dauerhaft auf einer öffentlichen Fläche stehe – nicht mehr und nicht weniger.

Ortschaftsrat steht hinter der Firma

Er gebe der Person, die behaupte, dass er etwas damit zu tun habe, die Möglichkeit, sich bei ihm zu entschuldigen. "Andernfalls werde ich juristisch dagegen vorgehen". Hier handle es sich eindeutig um Verleumdung, "das ist eine Straftat."

Ortsvorsteherin Ann-Bernadette Bezzel stellte klar, dass der Ortschaftsrat hinter Beckmann stehe zugleich verurteilte sie die Tat entschieden. Diese sei völlig inakzeptabel. Die Firma sei nicht nur eine Produktionsstätte und Arbeitgeber, sondern "auch ein sehr guter Werbeträger für Gersbach nach außen".