Baumfällungen im Südwesten

"Uns sind da die Hände gebunden"

Sigrun Rehm, Julia Jacob

Von Sigrun Rehm & Julia Jacob

Mo, 04. März 2019 um 09:05 Uhr

Südwest

Der Sonntag So muss auch der BUND immer häufiger reagieren, wenn sich wütende Bürger wegen gefällter Bäume an ihn wenden. Denn häufig informieren die Gemeinden ihre Anwohner nicht oder zu spät über Rodungen.

Wenn Behörden Bäume fällen lassen, ist die Empörung in der Bevölkerung oft groß. Und sie wächst: Denn der Klimawandel und ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis sorgen dafür, dass in den Städten und Wäldern der Region mehr Bäume als bisher abgeholzt werden. Trauer und Wut führen zunehmend zu Protesten.

Zwei bis drei empörte Anrufe wegen Baumfällungen sind es mindestens, die pro Woche bei Axel Mayer im Regionalbüro des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eingehen. "Die Liebe zu den Bäumen wächst und das ist richtig so", sagt Mayer.

Allerdings müsse er die Erwartung, dass der BUND direkt einschreitet oder gegen die verantwortliche Kommune klagt, enttäuschen: "Uns sind da die Hände gebunden." Er schicke den Anrufern daher eine vorbereitete Handreichung zu, die die Gesetzeslage erklärt.

Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt, dass Baumfällungen außerhalb von Wäldern nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar erlaubt sind, Paragraf 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs regelt die Schadensersatzpflicht, falls jemand vorsätzlich oder fahrlässig geschädigt wird, etwa durch einen umstürzenden Baum oder einen herunterfallenden Ast.

"Es muss für jede einzelne Baumfällung eine Begründung geben", Bernd Walser, Flussmeister in Riegel

Die Entscheidung über eine Fällung trägt, wer für Kontrolle und Unterhaltung des ...

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