UNTER UNS: Irres Glück

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Sa, 11. Juli 2020

Offenburg

So hat sich die Bahn das autonome Fahren sicher nicht vorgestellt. Aber Witze sind nicht angebracht. Es war schon ein irres Glück, dass bei der Irrfahrt eines brennenden führerlosen Reparaturzugs am Donnerstag niemand zu Schaden gekommen ist. Bei der Bahn liegt bekanntlich einiges im Argen. Stellvertretend sei die Öffentlichkeitsarbeit der Stuttgarter Zentrale genannt. Sie war ein Witz. Da fährt vor aller Augen und kurz vor Mittag im Sonnenschein ein Zug die Schwarzwaldbahn hinunter, der eine 100 Meter lange Rauchfahne hinter sich herzieht. Das unwirklich apokalyptische Bild erinnerte viele an den Film "Unstoppable – Außer Kontrolle" von 2010 mit Denzel Washington. Und aus der Kommunikationszentrale der Bahn kommen dazu zwei, drei dürre Sätze. Zum Glück hat die für die Bahn zuständige Bundespolizei eine andere Auffassung von Öffentlichkeit. Allerdings müssen wir, nach allem, was wir wissen, das Notfallmanagement der Bahn loben. Es gab nicht viel Zeit für den Plan, den Havaristen auf einem Nebengleis bei Gengenbach zum Entgleisen zu bringen. Das glückte mit Bravour. Diese beiden Gleise sind offenbar dem regionalen Netzleiter der Bahn, Karl Bolli, zu verdanken. Wie ein Bahnexperte versichert, hatte der 2017 beherzt für sie gekämpft. "Unter den Sparfanatikern Dürr und Mehdorn wäre Belli dafür gefeuert worden", sagt der Bahnkenner. Danke also an alle Helfer. Die Bahn wird den Störfall aufarbeiten müssen

Schillernd

Der Offenburger Kieferchirurg Fritz Düker ist diese Woche vom ARD-Magazin "Report Mainz" beschuldigt worden, ohne ausreichende ärztliche Untersuchung Atteste auszustellen, für Menschen die behaupten, den Mund-Nasen-Schutz nicht zu vertragen. Düker ist auch Mitorganisator der samstäglichen Demonstrationen auf dem Platz der Verfassungsfreunde. Motto: "Zeig dein Gesicht fürs Grundgesetz". Angeblich tritt dort diesen Samstag, ab 15.30 Uhr eine andere schillernde und medienbekannte Kritikerin der Corona-Verordnungen auf. Die Medizinrechtlerin Beate Bahner aus Heidelberg. Vielleicht kann sie die von Report verpetzten Mediziner beraten.