Unterricht der Zukunft

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Sa, 10. August 2019

Lahr

Der Leiter der Lahrer Musikschule, Tobias Meinen, stellt Groovelab Mitgliedern der SPD vor.

LAHR. Die Musikschule Lahr geht neue Wege in der musikalischen Bildung. Leiter Tobias Meinen stellte das neue Konzept für den Instrumentalunterricht im Popularbereich am Donnerstag der Lahrer SPD vor. Vom Leuchtturmprojekt Groovelab – und den Kosten – waren die Sozialdemokraten beeindruckt.

Die neue Art des Unterrichtens mit Groovelab und anderen digitalen Hilfsmitteln komm seit zwei Jahren in der Einrichtung bestens an, sagte Tobias Meinen. Er stellte das Konzept, in dem das Internet in den Unterricht integriert wird, vor. Mit einer digitalen Plattform sollen künftig Lernende und Lehrende beim Üben und Unterrichten unterstützt werden. "Die Musikschule alter Prägung hat ausgedient", sagte Meinen über die Bildungseinrichtung, die durch die unterschiedlichen Kooperationsformen mit Kindergärten und Schulen auf 2100 Schüler und 45 Lehrkräfte angewachsen ist.

Um die alte und neue Welt des Musizierens zu verbinden, seien neue Wege, Konzepte und natürlich Geld notwendig. "Viel Geld", schob Tobias Meinen nach. "Lahr hat bereits das Pilotprojekt gestartet", sagte Meinen über die digitale Plattform Groovelab, die in der Musikschule zur musikalischen Heimat von Bands beim Gitarrenunterricht geworden ist.

Wie der Schulleiter die Attraktivität der Schule erhöhen möchte, interessierte die Genossen besonders. Dazu gehöre eine höhere Verweildauer bei den Schülern, sagte Meinen. Ein wichtiger Faktor seiner Vision für den Popularbereich des Musikunterrichts, bei der Lahr eine Vorreiterrolle im Land einnehmen könnte, ist eben jene digitale Musiklehrplattform Grooevelab, auch digitaler Assistent genannt. Meinen plädierte für eine frei zugängliche Internetseite mit musikpädagogischen Inhalten. Diese werden von den Lehrenden selbst erstellt und richten sich nach den Bedürfnissen der Schüler. Über Groovelab sollen die Schüler einen leichteren Zugang finden, ein Instrument zu erlernen. Verschiedene Werke werden dabei audiovisuell eingespielt.

10 000 Schlüsselwerke für 20 Millionen Euro

Geld spielt dabei eine wichtige Rolle: Für etwa 10 000 eingespielte Schlüsselwerke seien Kosten von 20 Millionen Euro errechnet worden, so der Schulleiter. Schockstarre bei den Sozialdemokraten. Doch Meinen klärte auf, dass man die Investitionen auf die mehr als 900 Musikschulen in Deutschland, über den Landesverband, die Wirtschaft und eine zu gründende GmbH verteilen müsse. Eine erste App sei bereits beantragt, digitale Hausaufgabenhefte kämen dazu.

Bedenken der Sozialdemokraten wegen eines unpersönlichen Lernens oder des Verzichts auf gemeinsames Üben versuchte Meinen zu zerstreuen: "Wir nehmen nichts weg, sondern setzen neue Werkzeuge dazu." Im Groovelab-Raum herrsche aktuell schon Hochbetrieb. Die weitere Vision von Meinen, über die die SPD-Fraktion staunte: Er kann sich einen Musikkanal vorstellen, der es der Schule erlaube, übers Internet gleichzeitig etwa mit den Berliner Philharmonikern zu spielen.

Einen konkreten Wunsch in Richtung Sanierung von Proberäumen äußerte Meinen noch: Statt der Filzböden sollten Holzböden verlegt werden.

Weitere Informationen unter https://musikschule.lahr.de