Wahl

Ursache der Zahlen ist die Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik

Jörg Fischer

Von Jörg Fischer (Offenburg)

Di, 06. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Grüne siegen klar und können Partner wählen – CDU auf historischem Tief", Agenturbeitrag (Politik, 15. März)


An den ganzen Wahlanalysen habe ich den Blick auf die kleinen Parteien und auch die Nichtwähler sehr vermisst. Alle (offiziell veröffentlichten) Analysen beziehen sich immer nur auf die Prozentanteile an Wählern und die "großen" Parteien. Die Stimmenanzahl aller nicht im Landtag vertretenen Parteien hat dabei um beachtliche 64 Prozent zugenommen (2021: 0,59 Millionen; 2016: 0,36 Millionen, laut Statistischem Landesamt).

Obwohl sie damit zusammen zwölf Prozent der Wählerstimmen haben, also mehr als FDP, AfD oder SPD, gibt es dafür keinen einzigen Sitz im Landtag. Der Anteil der Nichtwähler hat ebenfalls von 2,27 Millionen auf 2,77 Millionen (etwa 22 Prozent) zugenommen. Alle im Landtag vertretenen Parteien (außer der FDP) haben in teils erheblichem Umfang Stimmen verloren. Die Ursache dieser beiden bemerkenswerten Zahlen liegt in einer erheblichen Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik. Die Gründe für diese Unzufriedenheit sind sicher sehr unterschiedlich, sollten aber die Volksvertreter doch zum Nachdenken bringen.

Stattdessen hat sich das Parlament wieder einmal selbst vergrößert, zehn Prozent mehr Parlamentarier als vorgesehen, und das bei weniger Wählern. Ein Schlag ins Gesicht nicht nur für diejenigen, die bisher schon unzufrieden mit Parlament und Regierung sind. Jörg Fischer, Offenburg