Plakatstudien

URTEILSPLATZ: Blumen statt Bürgermeister

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Sa, 19. Oktober 2019

Lahr

Nach der Wahl ist vor der Blumenschau. Die Laternenmasten in Lahr können in diesem Jahr nicht über fehlende Abwechslung klagen. Erst warben Kommunal- und Europapolitiker auf Plakaten um Stimmen, dann bis zu fünf Bewerber im Oberbürgermeister-Wahlkampf. Und jetzt werden die Plakate fast nahtlos durch Chrysanthemen ersetzt, die auf die nahende Blumenschau hinweisen. Alle Plakate? Nein, zwei Stück in der Innenstadt leisten tapfer Widerstand. So beweist die zweite Siegerin Christine Buchheit am Werderplatz Durchhaltevermögen, lässt sich weder vom Wetter noch von Wahlergebnissen beeindrucken. Ihr Werbeplakat auf der Verkehrsinsel wirkt fast wie neu. Unbeirrt wirbt sie dafür, dass sie "mit frischer Kraft für Lahr" antreten wolle. Was wohl Markus Ibert dazu sagen würde? Nun, in der Lammstraße beweist der künftige OB ebenfalls, dass er nicht aus Pappe ist. "Gute Arbeit und bezahlbares Wohnen" verspricht er auf seinem Werbeplakat. Und was sagen die Lahrer dazu? Die dürften froh sein, dass der Wahlkampf-Marathon für dieses Jahr beendet ist. Deswegen darf man die Chrysanthemen, die seit Kurzem über einem der beiden übriggebliebenen Wahlplakate hängen, durchaus symbolisch nehmen. In den nächsten drei Wochen sprechen in Lahr nicht mehr die Wahlkämpfer, sondern die Blumen. Somit haben die Lahrer eine Wahl, die vielen leichter fallen dürfte: die zwischen Spinnen- und Kaskadenchrysanthemen, zwischen Riesenrad und Bähnle, zwischen Schupfnudeln und Flammenkuchen. Und die weniger Blumenbegeisterten? Denen dürfte die Wahl zwischen Innenstadt und Stadtflucht ebenfalls leicht fallen.