Offenburger Landesgartenschaubewerbung

Vereine sind sich angeblich einig über die Verlegung des OFV-Stadions

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Mo, 23. September 2019 um 16:30 Uhr

Offenburg

Am 19. Dezember muss die Machbarkeitsstudie für eine Landesgartenschau 2034 bis 2036 abgegeben sein. Vereine haben laut Stadt Konsens über OFV-Stadionverlegung.

Obwohl Offenburg sich für eine Landesgartenschau bewirbt, die frühestens 2034 stattfindet, macht die Stadt schon Nägel mit Köpfen. Die Zeit drängt. Am 19. Dezember muss sie die Machbarkeitsstudie für eine LGS abgeben und schon 2027 müsste das Stadion am neuen Standort fertig sein, damit auf dem bisherigen OFV-Gelände die Arbeiten beginnen könnten. Auch mit Burda laufen Gespräche über zusätzliches LGS-Gelände.

Am Montag stellte die Verwaltungsspitze den aktuellen Stand der Planungen vor. Nach Abgabe der Machbarkeitsstudie werde bereits im ersten Quartal 2020 eine Fachkommission die Bewerberstädte bereisen. Obwohl seitens des Landes jetzt auch noch die LGS 2036 in die aktuelle Ausschreibung aufgenommen wurde, statt nur 2032 und 2034, was laut Oberbürgermeister Marco Steffens die Chancen der Offenburger Bewerbung nicht gerade verringere, dränge die Zeit. Baubürgermeister Oliver Martini: "Sobald wir eine Zusage haben, müssen wir sofort loslegen." Das zeige die Erfahrung aus anderen LGS-Städten.

Beim in der Ausschreibung geforderten Bürgerbeteiligungsprozess sei man im Soll. Seit Januar 2019 rolle der Beteiligungszug mit Informations- und Ideensammelveranstaltungen vom Kindergarten über Stadtteil- und Familienzentren bis zu Wirtschaftskreisen, in der betroffenen LGS-Nachbarschaft sowie bei betroffenen Institutionen und Vereinen.

Pfadis sollen Kanus an der Räderbachinsel verleihen.

In der Machbarkeitsstudie, in die auch Bürgerideen einflössen, lege die Stadt dar, was aufs LGS-Gelände komme, was davon nach der LGS im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung bleibe oder wie die LGS verkehrlich bewältigt werden soll. Drei wesentliche Bereiche soll das 10 bis 15 Hektar große LGS-Gelände umfassen. Die zur Stadt hin geöffnete Kinzig, die zwischen Karl-Heitz-Stadion und Kinzigbrücke renaturiert und für die Bevölkerung zugänglich umgestaltet werden soll. Dann soll anstelle des Stadions der sogenannte Kinzigpark als LGS-Herzstück entstehen. Und schließlich soll die Räderbachinsel dort, wo sich der Mühlbach beim heutigen Pfadfinderheim teilt, ins LGS-Gelände integriert werden. Ideen, wie Kinzigpark und Räderbachinsel ausgestattet werden sollen reichten von einer Blumenhalle, "interkulturellen Gärten", der OFV-Gasstätte, die als "Sportpavillon" gastronomische Funktionen übernehmen soll, bis zu Urban Gardening, einem Abenteuerspielplatz und einem Kanuverleih der Pfadfinder.

Vieles davon soll nach der LGS erhalten bleiben. Aus der Blumenhalle soll ein Veranstaltungsort für den Stadtteil Stegermatt werden, wie überhaupt geplant sei, die Stegermatt mit dem LGS-Gelände zu verzahnen. Auch das Umfeld der Pfähler Villa soll dauerhaft aufgewertet werden.

Die LGS-Finanzierung erstrecke sich laut Finanzbürgermeister Hans-Peter Kopp über 25 bis 30 Jahre. In der Ansparphase, werden von 2019 bis 2034 jährlich 1 Prozent der Gewerbe- und Einkommensteuereinnahmen abgezweigt, so dass bis dahin – je nach Entwicklung des Steueraufkommens – rund 18 Millionen Euro angespart sein sollten. Dann plant Kopp, einen 17 Millionen-Euro-Kredit aufzunehmen, der bis 2048 mit einer Million Euro jährlich getilgt werden soll. Der LGS-Zuschuss des Landes liege derzeit bei 5 Millionen Euro, so dass eine Summe von 40 Millionen zur Verfügung stünde. Kopp weist aber dringend darauf hin, dass es sich hierbei nur um eine erste Kostenschätzung handle. Baukostenentwicklung und weitere notwendige Investitionen, seien noch zu berücksichtigen.

Noch diese Woche Gespräch mit Burda in München über zusätzliches LGS-Gelände

Hauptbetroffener ist aktuell der OFV, dessen Stadionverlegung am Montagabend auch Thema im Haupt- und Bauausschuss war (Bericht folgt). In einer gemeinsamen Lenkungsgruppe habe die Stadt im Konsens mit den Sportvereinen am Südring – OFV, SCO, DJK, ETSV, Miners und Ataspor – aus fünf möglichen Standorten den Favoriten zwischen Christlichem Jugenddorf, Schaible-Stadion und Schwarzwaldbahn ermittelt. Dieser Konsens sei wichtig, denn es gebe auch hier Zeitdruck. Sollte die Stadt den Zuschlag für eine LGS 2034 erhalten, müssten die Arbeiten dafür am alten OFV-Stadion schon 2027 beginnen. Rechne man fünf Jahre Planung und Bau für das neue Stadion, sollte damit schon 2022 begonnen werden.

Auch mit der Hubert Burda Media gebe es laut OB Steffens noch diese Woche ein Gespräch in München, inwiefern der Konzern Gelände für eine noch größere Innenstadtnähe der LGS abtreten könne.

Bürgerinformation "Landesgartenschaubewerbung" am 16. Oktober von 19 bis 21 Uhr im Gebäude D der Hochschule Offenburg. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an lgog@offenburg.de oder Tel. 0781 82-2446.