Tierquälerei

Verknotete Schlange in Müllheim gefunden – Polizei ermittelt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. Juni 2020 um 20:34 Uhr

Müllheim

In Müllheim ist eine tote Schlange mit einem verknoteten Körper aufgefunden worden. Den verstörenden Fall von Tierquälerei hatte der Tierschutzverein Markgräflerland öffentlich gemacht.

In Müllheim ist eine tote Schlange mit einem verknoteten Körper aufgefunden worden. Diesen verstörenden Fall von Tierquälerei hat zunächst der Tierschutzverein Markgräflerland öffentlich gemacht. Auch bei der Polizei ging eine Anzeige ein. Man bearbeite den Fall, hieß es vonseiten des Polizeireviers Müllheim. Nähere Einzelheiten zu einem möglichen Täter oder dem Tathergang wurden zunächst nicht bekannt.

Das Tier war bereits am Samstag auf einer Straße in Müllheim von Fußgängern entdeckt worden. Es handelt sich bei der Schlange sehr wahrscheinlich um eine Kornnatter. Die ungiftige Schlangenart stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie gilt als beliebter Terrarienpflegling, den man ohne Haltegenehmigung vergleichsweise günstig erwerben kann, wie Anja Roth vom Tierschutzverein Markgräflerland berichtet.

Das verendete Tier wird von Spezialisten in Berlin untersucht

Um den Fall genauer zu untersuchen hat der Tierschutzverein Kontakt mit dem Freiburger Verein Dragon Shelter aufgenommen, der sich auf den Schutz von Reptilien und anderen exotischen Tieren spezialisiert hat, berichtet Roth. Der Verein weist auf seiner Homepage darauf hin, dass zu den hunderten Tieren, die jedes Jahr ausgesetzt werden auch ein erklecklicher Teil an Reptilien ist. Tierheime und Erstaufnahmestellen sind mit den speziellen Bedürfnissen dieser Tiere oft nicht ausreichend vertraut.

Das verendete Tier wird in einem speziellen Institut in Berlin untersucht. Darüber, ob die Schlange bereits vorher misshandelt beziehungsweise nicht artgerecht gehalten wurde, gebe es noch keine abschließenden Erkenntnisse. Auch die Tierschutzorganisation Peta hat sich in den Fall eingeschaltet und eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die den mutmaßlichen Tierquäler überführen können.

"Diese Tat ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern verstößt auch gegen Gesetze. Wir fordern für überführte Tierquäler strenge juristische Konsequenzen – denn so kann eine abschreckende Wirkung erzielt werden", sagte Jana Hoger von Peta gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.