Auszeichnung für Künstler

Verleihung des Späth-Förderpreises nur online möglich

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 04. Mai 2021 um 15:04 Uhr

Wehr

Die Gewinner des Lothar-Späth-Förderpreises 2020 erhalten ihre Auszeichnung nun online. Der Preis zeichnet Künstlerinnen und Künstler mit geistiger Behinderung aus.

Die Gewinner stehen schon seit über einem Jahr fest, aber bisher konnte die festliche Verleihung des Lothar Späth-Förderpreises 2020 für Künstlerinnen und Künstler mit geistiger Behinderung aufgrund der Corona-Situation nicht über die Bühne gehen. Nun haben sich die Stadt Wehr und die Späth-Förderpreis-Stiftung entschieden, die Preisverleihung im Juni oder Juli online als Live-Stream aus der Stadthalle Wehr zu veranstalten.

Die technischen Abläufe und der genaue Termin würden derzeit abgeklärt, sagte Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl auf Anfrage.

Preisträger sind Risikogruppe

Angesichts der unsicheren Corona-Lage sei eine Verleihung in Präsenz derzeit ausgeschlossen, da die 15 Preisträgerinnen und Preisträger aus ganz Deutschland und der Schweiz mit Begleitpersonen nach Wehr reisen und hier teils übernachten müssten, so Wölfl.

Das sei nach den gegenwärtigen Verordnungen und Kontakt-Einschränkungen nicht möglich, da es sich zudem um eine Risikogruppe handle. Auch eine weitere Verschiebung sei nicht möglich, da bereits im Herbst die Vorbereitungen und Ausschreibungen für die nächste Ausgabe 2022 des Späth-Preises beginnen. So haben die Verantwortlichen nun entschieden, die Ehrung für die Preisträger von 2020 online als aufwändig gemachter Live-Stream durchzuführen. Vor Ort in der Wehrer Stadthalle werden, so die bisherige Planung, Bürgermeister Michael Thater und Ulrich Delhey vom Vorstand der Lothar-Späth-Preisstiftung zur Begrüßung sprechen und sich in ihren Ansprachen an die Preisträger und die Zuschauer an den heimischen Bildschirmen wenden.

Stargeigerin wurde angefragt

Als Schirmherrin werde die Ehrenbürgerin und Stargeigerin Anne-Sophie Mutter angefragt, ob sie entweder per Videokonferenz zugeschaltet werden oder eine Videogrußbotschaft schicken kann.

Die Wehrer Malerin Elena Romanzin wird als Vorsitzende der Jury und als Kuratorin die Gewinnerinnen und Gewinner und deren preisgekrönte Werke vorstellen und in einer Laudatio würdigen. Neben Heike Schäfer aus Tübingen (erster Preis), Edith Kleinmichel aus Berlin (zweiter Preis) und Bärbel Murawski aus Bernau (dritter Preis) werden zehn Künstlerinnen und Künstler mit Anerkennungspreisen und zwei mit Sonderpreisen des Öflinger Vereins Kunst und Diakonie und des Zonta-Clubs Südschwarzwald geehrt. Die Preisträgerinnen und Preisträger können die Verleihung zu Hause oder in ihren jeweiligen Einrichtungen an den Computerbildschirmen verfolgen und werden in einem vorgesehenen Zeitfenster online in Bild und Ton zugeschaltet. Geplant ist, wie Wölfl verrät, die preisgekrönten Kunstwerke per Beamer auf eine große Leinwand zu projizieren. Auch sollen die Originalbilder auf der Bühne präsentiert werden. Eine musikalische Begleitung der 90 Minuten dauernden Feier ist ebenfalls angedacht.

Festlicher Rahmen

Die Preisverleihung soll auch in diesem Online-Format einen angemessenen und festlichen Rahmen erhalten, so Wölfl. Eine Firma werde den Live-Stream machen und die Verleihung mit Kameras aufzeichnen, so dass Interessierte an ihren heimischen Computern zusehen können.

Wie Wölfl sagt, werde der technische Ablauf mit den Einrichtungen der Preisträgerinnen und Preisträger noch abgesprochen. Die meisten Einrichtungen, so Wölfl, verfügten über die nötige Ausstattung wie Computer und Handys mit Kameras. Die Urkunden werden den Preisträgern per Post zugeschickt. Die Aufzeichnung der Verleihung wird auf der Homepage der Lothar-Späth-Förderpreisstiftung auch später noch verfügbar sein. Auf dieser Webseite sollen auch die Preisträger-Werke anzusehen sein. Es gebe Überlegungen, so Wölfl, die Bilder der Preisträger in einem speziellen Ausstellungsformat in der Stadt öffentlich zugänglich zu machen.

Bei der letzten Verleihung im Juli 2018 hatte Anne-Sophie Mutter in der Stadthalle persönlich die Urkunden an die Preisträger überreicht, die Schülerfirma Emo der Realschule Wehr beteiligte sich an der Organisation, und das Orchester des Öflinger Hauses der Diakonie spielte für die vielen Gäste. In diesem Jahr wird alles etwas anders ablaufen.