Einsatz

Vermisster 24-Jähriger nach großer Suchaktion tot aus dem Gifizsee in Offenburg geborgen

Helmut Seller und Mark Alexander

Von Helmut Seller & Mark Alexander

Fr, 05. August 2022 um 10:23 Uhr

Offenburg

Nach einer großangelegten Suche mit Hubschraubern, Booten und Sonar ist ein seit Freitagmorgen vermisster 24-Jähriger gegen 11.25 Uhr tot aus dem Offenburger Gifizsee geborgen worden.

Freitagmorgen am Gifizsee: Ein Polizeihubschrauber kreist lange und langsam über dem Wasser, ein weiterer der DRF Luftrettung, Christoph 43, ist neben dem neuen Spielplatz auf der Halbinsel gelandet. Dort am Südufer sind Retter der DLRG und der Feuerwehr Offenburg sowie weitere Einsatzkräfte bereits auf der Suche nach dem jungen Mann. Er habe sich mit einem Begleiter bereits in der Nacht auf der Halbinsel aufgehalten und in den Morgenstunden im See schwimmen wollen, teilte die Polizei später mit. Mehrmals soll der junge Mann baden gewesen und wieder an Land gekommen sein. Eine Zeugin bemerkte dann gegen 8.30 Uhr den rufenden Begleiter, der das Wasser und den Uferbereich im Südwesten des Sees nach seinem vermissten Freund absuchte. Die Frau alarmierte umgehend über Notruf die Rettungskräfte.

Slipanlage des Vereins hat sich bewährt

Es war ein Großaufgebot, das binnen kurzer Zeit vor Ort war. Während die ersten Helfer der Wasserrettung den betreffenden Bereich absuchten, wurden weiter nördlich auf dem Gelände des Offenburger Segel-Clubs Gifiz weitere Boote klar gemacht. Dabei bewährte sich einmal mehr, dass der Verein über eine Slipanlage verfügt, über die die Boote leicht zu Wasser gelassen werden können.

Vermisstensuche mit Sonargerät

Laut Torsten Huber, Organisationsleitung Wasserrettungsdienst Ortenau, Bezirk Rhein-Kinzig, habe man eine sogenannte Flächensuche gestartet. Noch war zu diesem Zeitpunkt gar nicht klar, ob der Vermisste im Wasser ist oder nicht. Lange kreiste zur Unterstützung auch ein Polizeihubschrauber über dem See, doch ergaben sich keine Anhaltspunkte. Die Suche aus der Luft wurde daher gegen 11 Uhr eingestellt.

Die intensive Suche im Wasser ging unterdessen unvermindert weiter. Mit einem Sonargerät wurde nach dem Vermissten gesucht, zugleich hielten sich laut Huber zwei Tauchtrupps bereit, um bei einer etwaigen Anzeige des Sonargeräts die Stelle umgehend abtauchen zu können. Die Sichtverhältnisse seien noch recht ordentlich, was für den Gifizsee etwa ein bis zwei Meter bedeute. Das ist nicht viel, wäre im Bereich aber Badebetrieb und das Wasser entsprechend aufgewühlt, wäre die Sicht sogar "gleich Null". Aus dem Hubschrauber könne mitunter bis zu drei oder vier Metern Tiefe noch etwas erkannt werden.

Kripo ermittelt die Hintergründe des Unfalls

Zuletzt waren auch Beamte der Wasserschutzpolizei auf dem Weg nach Offenburg. Sie sollten die bisher im Einsatz befindlichen Retter bei der Suche ablösen und ebenfalls mit einem Sonargerät weitersuchen. Doch kurz bevor die Beamten den Einsatz übernahmen, wurde der Gesuchte über Sonar von den DLRG-Rettern entdeckt. Er konnte von Tauchern nur noch leblos geborgen werden. Nun ermittelt die Kripo die Hintergründe des Unfalls.

Im Einsatz waren laut Offenburgs stellvertretendem Feuerwehrkommandanten Nils Schulze rund 50 Personen mit einem Dutzend Fahrzeugen. Neben Polizei und Rettungsdiensten gehörten dazu die DLRG-Gruppen Achern, Schwanau und Schutterwald und die Feuerwehrkooperation mit Kehl sowie die DRK-Wasserwacht Ettenheim, die Feuerwehr Offenburg und die Wasserrettungseinheit der Feuerwehr Schutterwald.

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