Europamesse des Pferdes

Viel Vorfreude auf die Eurocheval nach vierjähriger Zwangspause

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Di, 16. August 2022 um 20:30 Uhr

Offenburg

Messemacher, Pferdebranche und Reiter freuen sich nach langer Corona-Zwangspause auf die 41. Ausgabe der Europamesse des Pferdes

Es herrscht wieder Leben auf dem Offenburger Messegelände: Aktuell laufen die Aufbauarbeiten für die Eurocheval, die nach langer Corona-Zwangspause wieder zum Treffpunkt der Pferdebranche aus dem Südwesten, der Schweiz und dem Elsass wird. Von 25. bis 28. August dreht sich alles um Reiten, Zucht, Pferdehaltung und Turniersport. Es gibt viele Fachvorträge und Reitershows. Corona hat aber auch Spuren hinterlassen: Mit 250 Pferden und ebenso vielen Ausstellern kann die 41. Ausgabe indes nicht ganz an die Zahlen der Vorjahre anknüpfen.

"Nach vier Jahren der Abstinenz freuen wir uns, wieder einen Pferdesommer erleben zu dürfen", sagt Tanja Hartmann, Bereichsleiterin Messen bei der Messe Offenburg-Ortenau. Beim gesamten Team herrschten Vorfreude und Aufregung – alle seien froh, wieder loslegen zu dürfen. Die Eurocheval ist für die Messe – um im Bild zu bleiben – ein Paradepferd. Volker Matern, der zusammen mit Gabriele Weislogel für die Organisation der Eurocheval zuständig ist, spricht von einem Alleinstellungsmerkmal. In Süddeutschland ist die Eurocheval die größte und wichtigste Fachmesse für die Pferdebranche.

"Corona hat vieles durcheinander gebracht"

250 Pferde aus 35 Rassen werden in Offenburg zu bewundern sein – 2018 waren es noch etwa doppelt so viele. Doch auch wenn die Zahl der Aussteller von zuletzt 426 auf nun 250 gesunken ist, sagt Volker Matern: "Das ist völlig in Ordnung für uns." Corona habe vieles durcheinander gebracht. So hätten einige ältere Aussteller ihr Geschäft aufgegeben, anderen fehle schlicht der Warennachschub – wie auch schon bei der Forst live. So sei etwa ein kompletter Container mit Pferdedecken aus Asien irgendwo unterwegs steckengeblieben. Umgekehrt kann sich die Messe über 50 Neuaussteller freuen, die erstmals dabei sind. Abgedeckt wird in Offenburg die komplette Bandbreite des Reiterbedarfs – von der Reithose über den Sattel bis zum Stromgerät für den Weidezaun. Daneben sind laut Volker Matern zahlreiche Zuchtverbände vor Ort.

Neu geordnet wurde das Ausstellungsgelände – zum einen, weil alles etwas "kompakter und familiärer" wird, wie die Messemacher sagen. Zum anderen aber auch, weil mit der Edeka-Arena im Süden ein Neubau berücksichtigt werden muss, der bei der Eurocheval 2023 ebenfalls eingegliedert wird. Wer den Besuch über den Eingang an der Oberrheinhalle beginnt, findet dort zunächst Künstler, Gemälde und Schmuck zum Thema Reiten und Pferd. Die Ortenauhalle und die Baden-Arena sind für die Aussteller reserviert und haben beide einen Reitring für Vorführungen, aber auch Ruhezonen für die dort untergebrachten Pferde. Die Halle 1 gegenüber ist für Pferdegesundheit und Pferdewohl reserviert, dort sind auch rund 150 Pferde so untergebracht, dass sie nicht ständig von vorbei ziehenden Besucherscharen und einer lauten Geräuschkulisse gestört werden.

War 2018 die Hitze ein Problem, so geht Volker Matern davon aus, dass sich zum einen die Verlegung vom Juli auf den August bemerkbar macht und die Gebäude nachts durch Querlüften abgekühlt werden können. In Halle 2 gibt es einen Vortragsbereich für die insgesamt angebotenen mehr als 40 Fachvorträge. Zudem geben dort auch Experten der Pferdeklinik Iffezheim an einem eigenen Stand Ratschläge und beantworten Fragen. Auch gibt es laut Tierärztin Luisa Trübenbach von der Pferdeklinik täglich drei Vorträge zu medizinischen Themen. Ebenfalls in Halle 2 können unter dem Motto "Meet Your Star" erstmals sogenannte Influencer aus dem Bereich des Pferdesports getroffen werden.

Italienische Pferde und Kulinarisches vom Gastland

Für italienisches Flair sorgt in Messehalle 4 das Gastland: Italien präsentiert nicht nur mehrere besondere Pferderassen, sondern auch kulinarische Köstlichkeiten

Gerade auch bei der Eurocheval bewährt sich einmal mehr das große Freigelände inmitten der Messehallen. Dort können sich junge Reiter bis 16 Jahre, die noch nicht einem Kader angehören, erstmals in großem Rahmen bei Jugendturnieren des Pferdesportverbandes Südbaden messen. Dazu gibt es das beliebte Westernreiten samt Saloon, die tägliche Top-Show und als Höhepunkt am Samstag, 27. August, die große Gala-Show, auf der auch die erfolgreiche Grand Prix Dressurreiterin Alizée Froment ihre "Freiheitsdressur" zeigt.

Der Pferdesportverband Südbaden ist von Anfang an Partner der Eurocheval und Geschäftsführer Martin Frenk einer ihrer großen Fans: "Eurocheval – ohne die geht’s nicht", sagt er. Für Pferdebesitzer aus dem ganzen Dreiländereck sei sie die wichtigste Messe und Plattform für Austausch und persönliche Gespräche.

Eingeläutet wird die Fachmesse mit einer "Pre-Night" am 24. August ab 19 Uhr, bei der die Besucher laut Messe ein besonderer Ausbildungsabend (mit Jan Zweers) und Showelementen (Loic Teutsch) erwartet.
Eurocheval

Pre-Night am 24. August, 19 Uhr: 18 Euro im Vorverkauf/Kombiticket mit Messebesuch 25 Euro (Kinder: 14/17).
Eurocheval vom 25. bis 28. August, täglich von 10 bis 18 Uhr. Superspar-Ticket 9 Euro (ermäßigt 5), Flex-Ticket 12 Euro (6) und Super-Flex-Ticket 15 Euro (7). Die Tickets unterscheiden sich in Stornier- und Übertragbarkeit.
Gala-Show am Samstag, 27. August, ab 19 Uhr. Ticket (inklusive Messe-Eintritt ab 16 Uhr). Vorverkauf 29 Euro (Kinder 23), Tageskasse 34 Euro (Kinder 27). Ringterrasse inklusive Menü 119 Euro
Gastland-Show: Am Donnerstag, 25. August, ab 19 Uhr mit Vorführung der italienischen Reiter (Vorverkauf 10 Euro)

Alle Infos und das komplette Programm: www.eurocheval.de