Viele Bezugspunkte

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Mi, 25. September 2019

Müllheim

Geschichtsverein in Müllheim.

MÜLLHEIM (dop). Nach längerer "Abstinenz" ist der Geschichtsverein Markgräflerland in diesem Jahr gleich drei Mal zu Gast in Müllheim: Nach der Vorstellung des Jahresbandes der Vereinszeitschrift "Das Markgräflerland" im Juli fand nun die Jahrestagung in Müllheim statt. Am 26. November soll ebenfalls in Müllheim der neu aufgelegte Band des Ortsfamilienbuchs vorgestellt werden.

Die Zusammenarbeit der Stadt Müllheim mit dem Geschichtsverein Markgräflerland gehe bis in die 1920er-Jahre zurück, erinnerte Jan Merk, Kulturdezernent der Stadt und Leiter des Markgräfler Museums. In jüngerer Zeit habe der Geschichtsverein die nördlichen Bereiche des Markgräflerlandes etwas vernachlässigt, bekannte Vorsitzender Hubert Bernnat bei seiner Begrüßung. Er lobte noch einmal den gelungenen Jahresband 2019, bei dem sich renommierte Autorinnen und Autoren mit Themen mit Bezug zu Müllheim beschäftigen. Ein besonderes Lob hatte er für Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich, die nicht nur ein Grußwort, sondern einen ganzen Fachartikel über den Frauenverein Müllheim beigesteuert hatte.

Die Rathauschefin wollte die angesprochene "Randlage" Müllheims so nicht stehen lassen. In einem interessanten Porträt stellte sie die Stadt als vitales Mittelzentrum und als "heimliche Weinhauptstadt des Markgräflerlandes" vor. Merk stellte in einem kurzweiligen Rückblick zusammen, wie und wann der Geschichtsverein in Müllheim präsent war. So wurde 1961 ein großer Sonderband zur Geschichte der Stadt unter der Federführung von Fritz Fischer herausgegeben anlässlich des 1200. Jahrestags der ersten urkundlichen Erwähnung sowie des 150. Jahrestages der Stadterhebung. Seitdem habe der Geschichtsverein schon mehrfach in Müllheim getagt, so in den Jahren 1971, 1979, 1989 und 2007.

Inzwischen hat das Museum eine eigene Dauerausstellung zu Geschichte und Bedeutung des Markgräflerlandes. Was es auf den insgesamt fünf Ebenen des Blankenhorn-Palais zu sehen gibt, stellten Merk und die Museumsführer Markus Eisen und Verena Penacchio in drei Führungen vor. Merk gab einen Einblick in die Präsentation der Dauerausstellung im Dachgeschoss und präsentierte die im Dachspitz untergebrachte Literaturausstellung, die jüngste Abteilung des Museums, die in Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv Marbach konzipiert und 2014 eröffnet wurde.

Verena Penacchio machte die Gäste mit der Beletage, ihrer Sammlung von zeitgenössischer Kunst am südlichen Oberrhein sowie der biedermeierlichen Wohnkultur der gehobenen Müllheimer Bürgerlichkeit bekannt. Markus Eisen gab in der aktuellen Sonderausstellung "Vom Wert der Sammlung" Einblicke in das System der Sammlungsarbeit und die Organisation der Bestände des Museums.

Schließlich trafen sich alle Teilnehmer im Gewölbekeller, wo Küfermeister Eugen Bürgin auf Alemannisch die von ihm zusammengestellten und beschrifteten Gerätschaften zur Fassherstellung erläuterte. Als weiterer Programmpunkt war die Frick-Mühle als Dependance des Markgräfler Museums von Interesse. Dass in Müllheim ein Museum mit zwei Standorten existiere, sei nur möglich aus einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Professionellen mit den hoch engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern des Museumsvereins, betonte Merk. Diese nahmen dann für die Gäste auch das Mahlwerk mit seinem imposanten, sechs Meter hohen Mühlrad in Betrieb. Die beiden Müllheimer Stadtführer Monika Zielinski und Kurt Lammert boten zudem einen Stadtrundgang zu den historisch interessantesten Ecken der Müllheimer Oberstadt an.