Europäisches Maskensymposium

Viele Larven sind heimgekehrt: Maskenausstellung in Elzach

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Fr, 08. November 2019 um 14:36 Uhr

Elzach

In Elzach findet vom 14. bis 16. November das Erste Europäische Maskensymposium statt. Bereits eröffnet wurde eine begleitende Ausstellung mit Schuttiglarven, die aus aller Welt "nach Hause" kamen.

Für die Allgemeinheit ab diesem Sonntag, 10. November, geöffnet ist die Larven-Ausstellung in der Heimatkundlichen Sammlung der Stadt, Hauptstraße 39. Sie steht unter dem Titel "Elzacher Larven kehren heim" und ist eine wohl einmalige Ausstellung.

"Da geht einem das Herz auf"

Am Donnerstagabend war die inoffizielle Eröffnung. Die vielen Geladenen – vom Elztal bis Freiburg oder Villingen und von Aktiven des veranstaltenden Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis (HGA), Leihgeber, ältere und junge Holzbildhauer, Sponsoren und Kommunalpolitiker – füllten zuerst beim Empfang den Rathaus-Bürgersaal und danach beim ersten "Larven-Rundgang" das Museum. "Da geht einem das Herz auf! Phänomenal, was das Ausstellungskomitee geleistet hat, um diese heimkehrenden Larven zu präsentieren! Dazu ein sehr gelungenes Begleitheft und Plakatmotive von Lena Mayer, einer tollen Künstlerin aus Elzach", so Bürgermeister Roland Tibi und er weiß: "Für einen Elzacher sind seine Larven ein ganz wichtiger Teil seiner Persönlichkeit."

Geschichten hinter den Larven

Philipp Hässler, HGA-Vorsitzender, und zusammen mit Wolfgang Koch aus Endingen Motor von Symposium und Ausstellung, dankte zuerst den Leihgebern, denn: "Es geht um Larven, die man so in Elzach nicht mehr sehen wird." Die Versicherungssumme belaufe sich "auf einen höheren fünfstelligen Betrag." Und: "Nicht Alter oder Schnitzkunst stehen im Vordergrund, sondern die Geschichte hinter der jeweiligen Larve." Und diese Geschichten kann man auch nach Ende der Ausstellung noch lesen, denn sie sind in einer Begleitbroschüre, finanziert durch acht Firmen aus der Region, aufgeschrieben. Aber auch das Alter vieler Ausstellungsstücke ist respektabel: "19. Jahrhundert" oder "um 1850" heißt es da mehrfach. Die Namen der Leihgeber hingegen werden auf deren Wunsch nicht genannt. Außerdem gibt es ein Fotografierverbot in der Ausstellung, denn die Einzelstücke sollen Unikate bleiben.

Erster Öffnungstag ist beim Martinimarkt

Künstlerin Lena Mayer hat vier schöne Plakatmotive gezeichnet (die man auch erwerben kann) und Häßler dankte auch dem Ausstellungskomitee (Armin Becherer, Adrian Burger, Max Gutmann, Wolfgang Koch, Thomas Landwehr, Markus Lang, Lothar Ruf, Philipp Scherrmann Armin Schonhard, Konrad Wernet) sowie allen Helfern und Unterstützern wie etwa den Handwerkern Wendelin Becherer, Christoph Hofmaier, Alexander Ketterer und Malergeschäft Weber. Es folgte ein langer Museumsabend, denn beim Thema Larven geht Fasnetfreunden der Gesprächsstoff niemals aus. So wird es auch den Besuchern der Ausstellung gehen, die am Sonntag, beim Martinimarkt, ab 11 Uhr erstmals geöffnet ist. Die weiteren Öffnungszeiten bis 29. Dezember sind immer samstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro; Kinder unter 14 Jahren frei.

Eine Vitrine ist übrigens noch leer: Die Schuttiglarve aus Neuseeland hat die weiteste Anreise und steckt womöglich irgendwo am Zoll fest oder möchte sich vielleicht bei einer Zwischenlandung mal Thailand oder die Malediven anschauen?

Info: Am Donnerstag, 14. November, startet dann das Europäische Maskensymposium (Vorverkauf/Informationen: glockner@meyerundkoch.de, Tel. 07642/4970230) oder hgaelzach@gmail.com, Tel. 0151/59829792), wobei die Veranstalter unter 14 hochkarätigen Fasnachtsreferenten auf zwei extra hinweisen: Der Eröffnungsvortrag am Donnerstag um 19 Uhr mit Professor Werner Mezger aus Rottweil und wenn am Freitag um 19 Uhr der Elzacher Zunftmeister Armin Becherer über "Die Elzacher Schuttiglarven – Grenzen und Vielfalt" spricht, mit anschließender Diskussion: "Isch des noch ä Schuttiglarve?"