Viele Schulen verlieren Zugang zu Digitaldienst

dpa

Von dpa

Di, 04. Mai 2021

Südwest

Webauftritt, E-Mail-Konten und Lernplattform betroffen.

Tausende Schulen in Baden-Württemberg sollen das Hochschulnetz des Landes (Belwü) verlassen. Davon sind laut Belwü mehr als 2000 Schulen betroffen. Diese müssen sich nun für ihre Webauftritte neue Anbieter suchen. Mailkonten und digitale Lernplattformen sollen auf eine zentrale Plattform verlagert werden. Dies teilte Belwü den Schulträgern im Südwesten mit. Zur Begründung heißt es, es gebe "veränderte rechtliche Rahmenbedingungen". Zudem werde eine "langfristige Perspektive für einen gesicherten Betrieb" benötigt. Diese könne das Kultus- und Wissenschaftsministerium "aus verschiedenen Gründen nicht verlässlich dauerhaft erbringen".

Das Landeshochschulnetz nimmt demnach ab sofort keine neuen Schulen mehr auf und möchte mit Beginn im Oktober die bestehenden Auftritte der Schulen im Hochschulnetz einstellen, wie es heißt. Empfehlungen für alternative Dienstleister könne man aus Wettbewerbsgründen keine geben, so Belwü.

Kritik vom Landeschef des Philologenverbands

Der Philologenverband Baden-Württemberg kritisierte dies scharf. Mitten im Corona-Lockdown und im digitalen Fernunterricht erführen tausende Schulen, die den Internetanschluss, ihre Homepage, Lehrer-E-Mail-Konten und Moodle-Lernplattformen bei Belwü betreiben, dass diese beendet werden sollten, so Landeschef Ralf Scholl. Es sei völlig unverständlich, dass zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren eine bestehende Struktur abgerissen werde, ohne dass ein funktionierender Ersatz bereitstehe. Der Verband forderte die Landesregierung auf, den Vertrag mit Belwü zu verlängern.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Timm Kern, teilte zu der Entscheidung mit, sie komme überraschend und zur Unzeit. Die Beweggründe seien unklar und die Ministerien blieben Hinweise für den notwendigen Anbieterwechsel schuldig, so Kern. Das Kultus- und das Wissenschaftsministerium haben sich auf Anfrage dazu zunächst nicht geäußert.