Genossenschaftsbank

Volksbank in der Ortenau und Volksbank Schwarzwald Baar Hegau fusionieren

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Do, 26. März 2020 um 12:26 Uhr

Wirtschaft

Die Volksbank in der Ortenau und die Volksbank Schwarzwald Baar Hegau schließen sich zur Volksbank im Südwesten zusammen. Eine der größten Genossenschaftsbanken der Republik entsteht.

Die seit einigen Monaten laufenden Sondierungsgespräche seien erfolgreich abgeschlossen worden, teilten am Donnerstag Markus Dauber, Chef der Volksbank in der Ortenau, und Joachim Straub, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau, mit. Im Juni sollen die Vertreterversammlungen beider Institute zustimmen, im Oktober soll der Eintrag ins Genossenschaftsregister erfolgen. Der Zeitplan steht jedoch wegen der Coronakrise unter Vorbehalt.

Die neue Volksbank im Südwesten wird zwei Unternehmenssitze haben – in Offenburg und in Villingen-Schwenningen. Geführt wird das Finanzinstitut von einem gleichberechtigten Duo: Joachim Straub und Markus Dauber. Betriebsbedingte Kündigungen werde es wegen der Fusion keine geben, sagte Straub. Im Gegenteil: Man suche nach wie vor hochqualifizierte Mitarbeiter. Auch alle 37 Standorte sollen erhalten bleiben. Die Volksbank im Südwesten wird rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen. Mit einer Bilanzsumme von mehr als acht Milliarden Euro zählt die Bank nach Angaben von Dauber und Straub zu den fünf größten Volksbanken in der Bundesrepublik.

Technischer Fortschritt verändert die Banken

Als Grund für die Fusion nannte Straub das herausfordernde Umfeld. Die Niedrigstzinsen nagten an den Erträgen der Banken. Zudem verändere der technische Fortschritt – zum Beispiel das Internet – das Umfeld für die Banken radikal. Größere Einheiten hätten in dieser Situation deutliche Vorteile. Mehr Mittel würden für Innovationen zur Verfügung stehen. Außerdem könne man sich leichter an die hohen regulatorischen Anforderungen anpassen. Sie verlangten hochqualifizierte Spezialisten, die ein großes Institut leichter finde als ein kleines. Zudem könnten Kosten gesenkt werden.

Wie sich die Coronakrise auf die beiden Institute auswirken wird, sei derzeit noch nicht abzuschätzen, sagte Markus Dauber. "Wir fahren auf Sicht. Entscheidend ist, wie lange die Krise anhält." Die staatlichen Hilfsmaßnahmen bewertete er positiv. Die beiden Volksbanken seien gut gerüstet und würden alles daran setzen, ihre Kunden zu unterstützen.

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