Vom Löschen verschiedener Brände

Liane Schilling

Von Liane Schilling

Fr, 14. Februar 2020

Lenzkirch

Beim närrischen Seniorennachmittag der Gemeinde werden Fastnachtstraditionen gepflegt.

LENZKIRCH. Alt und Jung in der Pflege von Fastnachtstradition und Geselligkeit vereint, umrahmt von Livemusik und Tänzen, bot der närrische Seniorennachmittag der Gemeinde am Mittwoch in der Festhalle in Lenzkirch. Der närrische Nachwuchs der Dengele, Heuhopper und Strohberghexen eröffnete mit dem Einmarsch und dem Verkünden überlieferter Fasnetsprüchle das Programm.

Magdalena Kötting, Nadja Marder und Sigrid Karcher führten als Feuerwehrangehörige singend, erzählend und reimend durch den Nachmittag und wussten dabei auch manche Zustände zu bemängeln und Verbesserungsvorschläge zu machen. Zwar brenne es in Lenzkirch an allen Ecken und Enden befanden sie, aber das sei nicht weiter schlimm, weil unendlich viele Löschwasserbecken zur Verfügung stünden. Etwa im Bauloch des ehemaligen Gasthauses Löwen, im ausgehöhlten Schwimmbad, im Niederdorf, das sowieso unter dem Wasserspiegel liege und am Ursee, wo der Biber kostenlos Löschwasserbecken geschaffen habe.

Neben vielen fehlenden Möglichkeiten den eigenen Brand zu löschen, wie es früher in Gaststätten wie im "Jägerstüble", im "Sommerberg", im "Lenzkircher Hof", im "Löwen", im "Bären", im "Schlössle" oder in der "Adler-Post" möglich war, bemängelten sie auch "den Leerstand vor dem Rössle". Dort fehle jetzt die Figur des Kolumban Kayser, weil die Gemeindeverwaltung in ihrer Finanznot diese nicht restaurieren lassen könne.

"Das große Geschäft mit dem G’schäft" könnte man vielleicht in Lenzkirch ebenso machen, wie in Titisee – vorläufig wäre man aber schon zufrieden, wenn die öffentliche Toilette am Rathaus wieder geöffnet wäre.

Die Kinder des Turnvereins Lenzkirch tanzten, sprangen und balancierten als Heidi und Peter über die Bühne und der Seniorentanzkreis des DRK-Ortsvereins präsentierte mehrere Tänze. Als "geplogte Ma" klagte Landbürgermeister Andreas Graf den Besuchern in Dialektreimen sein Leid. "En Oberbürgermeister von re große Gmein, hät‘s nit so schwer wie unserein, ich muen alles selber mache, S’Standesamt und Rentesache, au die polizeilich Meldestell, ich bin miene eigne Tipmamsell", bedauerte er sich. Außerdem spielt er Architekt und Ingenieur, manchmal auch Veterinär, strittet mit em Gmeindrot ums Geld und löst alle Probleme vo de Welt.

Seine Frau indes, "hat nichts zu lachen, muss daheim alles selber mache" und abends hört er sie brumme – "du, du hocksch blos uff em Rothus umme." Bewirtet wurden die Senioren vom Frauenverein. Michael Hozik und Markus Winker als Duo, sowie Dagmar Mettmann-Dresel als Solistin untermalten das Geschehen musikalisch.