VON HERZEN: Zu groß, zu dick, zu viele Pickel

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Sa, 04. September 2021

Liebe & Familie

Es gehört wohl leider zu den Naturgesetzen der Pubertät, dass man sich als junger Mensch oft nicht allzu wohl fühlt in seinem Körper. Die Eigenwahrnehmung: zu groß, zu dick, zu viele Pickel. Als Elternteil kann es schwierig sein, da beizustehen. Schließlich ist das die Zeit, in der sich die Kinder ablösen und sich für die Meinung der Eltern kaum zu interessieren scheinen. Was tun? "Beziehung anbieten und Zeit", sagt Ute Kotulla, Psychologin in der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche beim Caritasverband Offenburg-Kehl. Gute Gespräche könne man gut während einer Autofahrt führen: "Da muss man sich nicht angucken und verbringt gemeinsame Zeit." Manchmal könne es helfen, eigene Jugendfotos rauszusuchen und über damalige Unsicherheiten zu sprechen. Und die Kompetenzen des Kindes zu benennen und sein Selbstvertrauen zu stärken. "In der Pubertät kann zum Beispiel Sport hilfreich sein, da ist es möglich, ein positives Körperbild zu entwickeln", findet Ute Kotulla. Nach dem Motto: Wer in anderen Lebensbereichen punkten kann, kommt schneller mit fünf Pickeln klar. Sollten Jugendliche gehänselt werden, sei die Schule ein wichtiger Ansprechpartner. Wenn Eltern sich Sorgen machten, weil ihr Kind immer unglücklicher wirke, könnten sie sich an Familienberatungsstellen wenden.