Gärtner-Tipps

Kübelpflanzen überwintern am besten in einem Raum mit maximal 10 Grad

Verena Wehrle

Von Verena Wehrle

Do, 14. November 2019 um 19:17 Uhr

Haus & Garten

Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Waldshut-Tiengen haben vor dem ersten Frost viel zu erledigen – wie ihre Kollegen landauf, landab. Und sie verraten Kniffe für Pflanzenfreunde.

Die ersten Frostnächte stehen vor der Tür. Und so manche Pflanze wünscht sich ein wärmeres Plätzchen. Denn wie auch bei Tieren, gibt es auch in der Botanik einige Arten, die eine Winterruhe einlegen. Bernd Kramm, der Leiter der Stadtgärtnerei Waldshut-Tiengen, und seine Mannschaft haben derzeit alle Hände voll zu tun, um die "städtischen" Pflanzen und Anlagen winterfest zu machen.

"Nur dort, wo es erforderlich war, haben wir das Laub entfernt. Dies war auf Rasenflächen nötig, da ansonsten die Pflanzen unter der Laubdecke erstickt wären", sagt Gärtnermeister Bernd Kramm. Laubhaufen unter Bäumen und Sträuchern habe man als Rückzugsort für die Tiere stehen lassen. Die fest installierten Beregnungsanlagen bei der Stadthalle Waldshut und im Schlossgarten in Tiengen habe die Stadtgärtnerei entleert, damit das Wasser nicht einfriert. Daneben mussten zahlreiche Arbeiten erledigt werden, damit die Pflanzen den Frost im Winter gut überstehen? "Unsere Jungbäume bekommen alle eine Stammschutzfarbe. Denn scheint die Wintersonne, wenn es Frost hat, kann es sein, dass der Stamm auf der Süd- oder Westseite aufplatzt", sagt Kramm. Die Stammschutzfarbe soll das verhindern. Diese könne man auch im heimischen Garten anwenden, um die Jungbäume zu schützen.

Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei haben in den vergangenen Wochen alle 120 Kübelpflanzen in Waldshut-Tiengen eingesammelt und ins zwei Grad kalte und frostfreie Gewächshaus geholt. Dazu zählen Oleander, Fuchsien, Palmen und Engelstrompeten. Kübelpflanzen sollten im Winter frostfrei stehen und Tageslicht bekommen. "Oleander ist relativ robust und verträgt auch mal zwei Grad Minus, aber manche Pflanzen wie etwa die Gewürzrinde sind total empfindlich", erklärt Bernd Kramm. Zuhause braucht man für die Überwinterung der Kübelpflanzen laut Kramm einen Raum mit maximal zehn Grad: "Sonst kommt die Pflanze ganz aus dem Rhythmus, auch sie braucht eine Winterruhe und darf im Winter nicht weiterwachsen". Kübelpflanzen schneiden die Mitarbeiter Stadtgärtnerei zurück. Sie werden dann erst wieder im März gegossen, somit wieder angetrieben, damit sie Mitte Mai wieder an die frische Luft können. Immergrüne Kübelpflanzen müssten jedoch über den Winter regelmäßig gegossen und auch Mitte Mai wieder hinausgestellt werden.

Während die einen Pflanzen ins städtische Winterquartier kommen, müssen die anderen, vor allem die typischen Frühlingsblüher, jetzt gepflanzt werden. "Man sollte sie pflanzen, wenn der Boden nicht gefroren ist", sagt der Stadtgärtner. Dies sei notfalls auch noch zu Anfang des Jahres möglich. Zu den Frühlingsblühern zählen unter anderem Tulpen, Narzissen, Krokusse, die Kaiserkrone sowie Primeln. Diese Blumen, die den Frühling mit ihrer bunten Pracht ankündigen, brauchen laut Kramm die Kälte, damit sie überhaupt wachsen können. Die Stadtgärtnerei pflanzt jedes Jahr im Herbst rund 8 000 Tulpen und Narzissen in die öffentlichen Beete in Waldshut-Tiengen ein.

Pflege brauchen auch die öffentlichen Rasenflächen: "Den Rasen sollte man noch einmal mähen. Denn über den Winter sollte dieser nicht länger sein als sechs bis acht Zentimeter, sonst besteht die Gefahr von Pilzkrankheiten", weiß der Leiter der Stadtgärtnerei. Dadurch bekomme er dann eine Fäulnis und werde braun. Falls der Rasen von viel Moos besetzt ist, muss er noch einmal mit dem Laubrechen bearbeitet werden. "Aber dann lässt man ihn über den Winter in Ruhe", rät Kramm.