Warten auf Wildkatzen

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Mo, 20. Januar 2020

Bad Säckingen

Jagdpächter erwartet Luchs und Wolf im Wallbacher Wald.

BAD SÄCKINGEN-WALLBACH (gsl). Was spielt sich im Wallbacher Jagdrevier ab? Darüber wollte der Ortschaftsrat nach langer Zeit wieder informiert werden. In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats berichtete Jagdpächter Urs Strittmatter von einem moderat rückläufigen Schadensbild in Wallbach. "Ein minimaler Verbissdruck ist da gewesen", das Rehwild habe nur 40 Ar Mais abgegrast, beim Schwarzwild sei nichts außergewöhnliches zu beobachten gewesen, so Strittmatter.

Mit den Wallbacher Landwirten ist ein unkompliziertes Miteinander gewachsen. Da die Jagd auf Wildsauen nur auf Feldern und Äckern erfolge, kennen die Landwirte ihre Möglichkeiten, wie sie die Bejagung unterstützen können. Vereinzelt wurde Mais gemulcht, um die Schwarzkittel aus den Äckern herauszulocken. Und nur dort könne dann das Schwarzwild zur Strecke gebracht werden. Da zwischen der B 34 und dem Siedlungsband nur wenig freie Schussfläche vorhanden ist, muss zwischen Wallbach und Bad Säckingen weitgehend auf Bejagung verzichtet werden. Elf Rehe und sieben Wildschweine sind seit 2018 erlegt worden. Zusammen mit den vier durch Rehe und acht durch Schwarzwild verursachten Wildwechselunfällen an der B 34 ist das eine Zahl, die nicht auf einen Rückgang des Wildes in Wallbach schließen lässt. "Die Unfälle wird es immer geben, der Wildzaun entlang der B 34 ist nicht wilddicht", räumte Jagdpächter Strittmatter ein.

Da die Fuchsräude wieder stark verbreitet ist, müssen Füchse wieder stärker bejagt werden. Dies zum einen, weil die Räude auch Hunde und Katzen befallen kann, dies aber auch, weil geschwächte Füchse auch eine Gefahr für den Verkehr darstellen.

"Es könnte sein, dass eine Wildkatze da ist", überraschte Strittmatter auf Frage von Ortschaftsrat Michael Fritsch. Luchs und Wolf seien aber noch nicht gesichtet worden. Die ersten Fotofallen hängen im Wallbacher Wald. Der Wildwechselkorridor durch den Rhein bei Brennet werde weitgehend nur von Wildschweinen genutzt. Trotz einer Freigabe wird auf Hasenjagd in Wallbach gänzlich verzichtet. Auch werde Vogelwild nicht bejagt. Ein Problem bleibe die gezielte Fütterung der Schwäne bei Wallbach.