"Blätterrausch"

Warum die Buchmesse in Hinterzarten den Schwarzwald zum Thema hat

Susanne Gilg

Von Susanne Gilg

Di, 14. Januar 2020 um 17:07 Uhr

Hinterzarten

Aus einer Utopie wird eine konkrete Idee: eine Schwarzwälder Buchmesse. Wenn sich bis Ende Januar 25 Verlage angemeldet haben, heißt es vom 7. bis zum 10. Mai in Hinterzarten "Blätterrausch".

Dann können sich Besucher nicht nur berauschen an der Schönheit der Wälder ringsherum, sondern sich vertiefen in die Literatur, die entweder etwas mit dem Schwarzwald zu tun hat oder im Schwarzwald entsteht. Ob es nun Verlage sind, die im Schwarzwald sitzen, Autoren, die hier leben oder Geschichten, die im Schwarzwald spielen: "Es hat alles seinen Platz", sagt die Ideengeberin und Hinterzartener Buchhändlerin Inge Baeuchle.

"Die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sind für viele Verlage zu groß", sagt Mitinitiatorin Imogen Nabel, die als Redakteurin für den Südwestrundfunk arbeitet. "Die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sind für viele Verlage und Autoren zu groß", fügt sie hinzu. "Wir wollen nicht nur zeigen, wie kulturell wertvoll und schön der Schwarzwald ist, sondern wir möchten darstellen, was aus dem Schwarzwald an Kultur in die Welt hinausgetragen wird." Auf die "reichhaltige Kulturszene, insbesondere die junge Szene" wollen sie aufmerksam machen und dabei jungen Autoren, Zeichnern und Künstlern mit der Messe die Gelegenheit geben, sich zu zeigen, Kontakte zu knüpfen und erste Erfahrungen mit der Verlagswelt zu machen.

Das verbindende Element ist der Schwarzwald

Beim "Blätterrausch" in Hinterzarten ist das verbindende Element der Schwarzwald. "Der Schwarzwald hat etwas Archaisches, Mystisches – und ist trotzdem wie ein Bilderbuch", sagt Imogen Nabel – also genau der richtige Ort für eine Buchmesse. An den drei Tagen wird in Hinterzarten – der Ort ist in vielen Büchern und Filmen Schauplatz – an allen erdenklichen Orten gelesen: "Im Skimuseum, im Schuhladen, in verschiedenen Hotels, in der Vinothek, am Birklehof..." zählt Inge Baeuchle nur einige auf. Lesungen, Veranstaltungen oder Kochshows sind im ganzen Dorf geplant.

Unterstützung durch die Tourismusgesellschaft

Für einen Ort mit knapp 2500 Einwohnern ist es nicht nur logistisch eine Meisterleistung, eine Buchmesse auf die Beine zu stellen. Doch in der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) haben Inge Baeuchle und ihre Mitstreiter eine Partnerin gefunden, die Erfahrung in der Planung und Durchführung großer Events hat. Auch auf der Marketing-Ebene bekommt sie Unterstützung aus dem Kurhaus in Hinterzarten, in dem die Buchmesse auch stattfinden wird.

"Für solche Projekte braucht es Ideengeber." Monika Steurenthaler
Baeuchles Mitstreiter, das ist vor allem auch der Verein "Wälderleben", der sich noch in seiner Gründungsphase befindet und dem neben Imogen Nabel etwa der Kabarettist Martin Wangler angehört. Der Verein möchte Kultur im Schwarzwald bewahren, transformieren und in die Zukunft tragen. "Wälderleben" gibt, wie Inge Baeuchle und Imogen Nabel berichten, Kulturschaffenden die Möglichkeit, sich zu vernetzen und Projekte zu entwickeln. Dazu gehöre auch die Entwicklung von Konzepten und die Unterstützung nachhaltiger Kulturprojekte – ideell, finanziell und strukturell. Die Buchmesse ist eines solcher Projekte. "Es ist kein Buchhandlungsprojekt, es geht darum, Hinterzarten und den Schwarzwald als Ort der Kultur zu präsentieren", sagt Inge Baeuchle. Höhepunkt der Buchmesse ist die feierliche Verleihung des Literaturpreises "Der Eicher", die am 9. Mai im Birklehof stattfindet.

"Für solche Projekte braucht es Ideengeber", sagt Monika Steurenthaler, die sich bei der HTG zusammen mit ihrer Kollegin Petra Bär-Weigand um die Organisation und das Marketing der Veranstaltung kümmern.
Für den Buchpreis können bis Freitag, 31. Januar, Werke eingereicht werden. Weitere Infos und Anmeldung per E-Mail an steurenthaler@hochschwarzwald.de