Interview

Warum eine Rechtsprofessorin gegen Kinderrechte im Grundgesetz ist

Christian Rath

Von Christian Rath

Sa, 25. Januar 2020 um 17:40 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Die Bundesregierung will Kinderrechte im Grundgesetz verankern. Die Mainzer Rechtsprofessorin Friederike Wapler verfolgt die Diskussion schon lange – und findet die Forderung "ärgerlich".

BZ: Frau Wapler, Kinderschützer fordern schon seit Jahrzehnten, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollen. Nun tut sich endlich was. Ein Grund zu großer Freude?
Wapler: Nein. Ich finde die Forderung nach Kinderrechten im Grundgesetz eher ärgerlich. Denn dabei wird das Grundgesetz als defizitär dargestellt, obwohl es das überhaupt nicht ist. In Zeiten, in denen Populisten unsere ganze Ordnung in Frage stellen, sollte man das Grundgesetz nicht unnötig abwerten.

BZ: Aber wo stehen denn die Kinderrechte in unserer Verfassung?
Wapler: Jedes Grundrecht gilt natürlich auch für Kinder, zum Beispiel die Menschenwürde, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das muss man nicht extra erwähnen. Zudem legt das Bundesverfassungsgericht die Grundrechte schon seit Jahrzehnten kindgerecht aus.

BZ: Warum trommeln Verbände wie Unicef und das Kinderhilfswerk dennoch für Kinderrechte im ...

BZ-Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 5 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 5 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ