FRAGEN SIE NUR!: Nur für schlechtes Wetter

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Sa, 29. Februar 2020

Umwelt & Natur

Warum gibt es keinen Hummel-Honig?

"Es gibt Hummel-Honig", sagt Anja Weidenmüller, Biologin an der Universität Konstanz, "nur so wenig, dass er nicht kommerziell verwertet wird." Der Grund dafür, dass Hummeln im Vergleich zu Honigbienen so wenig Honig produzieren, liege in einer anderen Strategie, um über den Winter zu kommen: Honigbienen überwintern als ganzes Volk. "Sie brauchen den Honig als Brennstoff, um während dieser Zeit Wärme zu erzeugen", sagt Weidenmüller. Deshalb muss man Bienen auch füttern, wenn man den Honig entnimmt. Hummeln dagegen leben nur einen Sommer lang – außer den Jungköniginnen, die erst Ende des Sommers geboren werden, alleine in Erdlöchern oder Mauerspalten überwintern und im Frühjahr ausschwärmen, um neue Kolonien zu gründen. Hummeln, die zu den Wildbienen zählen, produzieren ihren Honig daher nur für Schlechtwetter-Perioden. "Etwa so viel, dass sie eine Woche abpuffern können", sagt Weidenmüller. Der Hummel-Honig schmecke ähnlich wie der der Honigbienen. Hummeln sammeln übrigens schon bei niedrigeren Temperaturen Nektar als Honigbienen – und sind daher oft Anfang März zu sehen.

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