Bundestagswahl Emmendingen-Lahr

Was die Kandidatinnen und Kandidaten zum geplanten Güterverkehrszentrum in Lahr sagen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 21. September 2021 um 15:01 Uhr

Lahr

Die BZ hat den KandidatInnen der sechs im Bundestag vertretenen Partien drei Fragen gestellt. Heute: Was kann ein Güterverkehrszentrum beim Lahrer Flugplatz bewirken?

CDU: Yannick Bury, 31 Jahre,Volkswirt

Die Voraussetzung für ein Güterverkehrszentrum ist eine Straßeninfrastruktur, durch die Mehrbelastungen auf der B415 und in Schuttern vermieden werden können. Wenn das sichergestellt ist, kann ein GVZ für die Region eine große wirtschaftliche Chance und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz sein, denn es müssen mehr Güter von der Straße auf die Schiene.

SPD: Johannes Fechner, 49 Jahre, Jurist

Das GVZ ist eine ganz wichtige Zukunftsinvestition: Dem Klimaschutz dient es, wenn mehr Güter von der Straße auf die Schiene kommen. Es entstehen sichere Jobs, auch bei Logistikfirmen, die sich ansiedeln können. Planungen und Gespräche zwischen Bahn, Stadt und Betreiber laufen gut. Die Interessen der Nachbargemeinden sind zu berücksichtigen.

AfD: Thomas Seitz, 53 Jahre, Jurist

Als AfD sehen wir Investitionen in Infrastruktur generell positiv, wirtschaftlicher Erfolg lebt hiervon. Will man Güterverkehr auf die Schiene verlagern, braucht es die notwendige Verknüpfung mit der Straße. Lahr ist ein bedeutender Logistikstandort und hat mit dem Gelände erhebliches Entwicklungspotential. Warum nicht auch hier Klarheit durch einen Bürgerentscheid?
Mehr zum Thema: Dossier mit allen Artikeln zur Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Emmendingen-Lahr.

Die Grünen: Heike Dorow, 53 Jahre, Sozialarbeiterin

Ein Güterverkehrszentrum kann dabei helfen, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Sollte sich Lahr als bester Standort dafür herausstellen, darf eine Ansiedlung hier aber nicht dazu führen, dass dies der Region nur weiteren Verkehr bringt. Es bedarf dazu eines überregionalen Verkehrskonzepts, das die Belange der angrenzenden Kommunen berücksichtigt.

FDP: Tino Ritter, 49 Jahre, Unternehmer

Das Güterverkehrszentrum wird ein Drehkreuz des europäischen Warentransports und sich mit dem Ausbau der Rheintalbahn zu einem Infrastrukturprojekt europäischer Tragweite entwickeln. Es wird weitere Unternehmen in die Region ziehen lassen. Auf diesen Synergieeffekt müssen wir uns auch bezüglich des Wohnraums vorbereiten.

Die Linke: Imke Pirch, 31 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Ich hoffe darauf, dass neue Technologien die massive Umweltbelastung durch fossile Treibstoffe zurückdrängen. Bis dahin spreche ich mich dafür aus, möglichst viel Frachtverkehr auf die Schienen zu verlagern. Unter diesen ökologischen Bedingungen kann ein GVZ neue, langfristige Arbeitsplätze bieten. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 darf nicht beeinträchtigt werden.