Erklär’s mir

Was ist Antisemitismus?

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Di, 26. Mai 2020 um 13:37 Uhr

Wer einen Menschen jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens ablehnt, weil er Jude ist, ist ein Antisemit. Und ein Rassist.

Der Hass auf die Juden reicht weit in die Geschichte zurück. Schon im Mittelalter wurden die Juden, die kein eigenes Land hatten und überall in der Welt lebten, für vieles verantwortlich gemacht, was schlecht lief: Sie waren die Sündenböcke. Man dichtete ihnen schreckliche Verbrechen an – wie die Vergiftung von Brunnen oder den Mord an kleinen Kindern. Seinen Höhepunkt erlebte der Antisemitismus in der Nazi-Diktatur. Adolf Hitler war ein krankhafter Judenhasser. Unter seiner Herrschaft ermordeten die Deutschen im Zweiten Weltkrieg sechs Millionen Juden überall in Europa. Nach dem Krieg bekamen die Juden endlich ein Land, in dem sie leben können. Der Staat Israel hat dafür die Palästinenser vertrieben und behandelt sie schlecht. Kritik an der Politik Israels zu üben, ist nicht automatisch Antisemitismus, obwohl viele deutsche Politiker das so sehen.
Verkürzt und falsch dargestellt

Von Dietmar Ostermann, Ressortleiter Politik und Nachrichten

Dieser Artikel hat teils heftige Kritik ausgelöst. Einer der Vorwürfe lautet, es habe sich um eine solch verkürzte Darstellung gehandelt, dass der Artikel selbst der Gefahr einer Bagatellisierung von Antisemitismus Vorschub leiste. Nichts liegt der Badischen Zeitung ferner, als Antisemitismus zu verharmlosen. In der Ablehnung jeglicher Form des Antisemitismus hat die Redaktion eine klare Haltung. In dem Text wurden die schrecklichen Folgen des Judenhasses und der Judenfeindlichkeit bis hin zum Holocaust beschrieben. Auf 27 Zeilen lässt sich ein solch komplexes Thema sicherlich nicht in aller Tiefe behandeln. Auch ist die an Schulkinder gerichtete Rubrik des "Erklär’s mir" um eine einfache, verständliche Sprache bemüht. Gleichwohl können wir nachvollziehen, dass einige Passagen des Textes zu Irritationen geführt haben. Insbesondere die Hintergründe und Ereignisse bei der Staatsgründung Israels waren nicht nur verkürzt, sondern falsch dargestellt. Dies bedauern wir.