Was Schüler von Europa lernen können

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 15. November 2019

Weil am Rhein

Deutsche und französische Politiker stehen Rede und Antwort.

WEIL AM RHEIN (BZ). Schüler der Kursstufe am Oberrhein-Gymnasiums und am Kant-Gymnasiums hatten am Mittwoch Gelegenheit, mit Politikern aus der Region über die deutsch-französischen Beziehungen und ihre Bedeutung für Europa zu diskutieren. Als Gesprächspartner standen der Weiler OB Wolfgang Dietz, der Bürgermeister der Stadt Huningue Jean-Marc Deichtmann und die Präsidentin des Conseil départemental du Haut-Rhin Brigitte Klinkert zur Verfügung und diskutierten mit den Schülern die Frage "Leben im Dreiländereck – erfolgreich überwundene deutsch-französische Nationalismen?"

In der lebhaften Diskussion auf Deutsch und Französisch warben die Politiker für ein "Europa der praktischen Dinge" (Klinkert) und warnten vor dem Erstarken von nationalistischen Tendenzen. Dabei stand vor allem die wechselhafte Geschichte der Region im Vordergrund. So berichteten Deichtmann und Klinkert von den teils schmerzhaften Erfahrungen ihrer Eltern und Großeltern und betonten, wie wichtig die regionale elsässische Identität ist. Dietz warnte vor Menschen, die Hass und Ausgrenzung verbreiten, plädierte aber dafür, den Dialog zwischen Demokraten nicht abreißen zu lassen.

Am Ende der Veranstaltung unterzeichneten Landrätin Marion Dammann und Klinkert eine Vereinbarung, die den Angestellten ihrer jeweiligen Verwaltungen Hospitationsmöglichkeiten ermöglichen und die grenzüberschreitende Kooperation vertiefen soll.

Dass die Politiker das OGW für die Veranstaltung ausgewählt hatten, hängt mit dem Profil des Gymnasiums zusammen, das nicht nur offizielle "Partnerschule für Europa" ist, sondern auch einen bilingualen deutsch-französischen Abschluss, das Abi Bac, ermöglicht und mit zahlreichen Austauschaktivitäten internationale Zusammenarbeit schon für Schüler erfahrbar macht.