Weder Lüfter, noch Lüftungsanlage

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Do, 22. April 2021

Malterdingen

Bürgermeister Hartwig Bußhardt kassiert erneut eine Abstimmungsniederlage.

. Bürgermeister Hartwig Bußhardt will in der Schule eine Lüftungsanlage installieren. Doch in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend ist er erneut mit seinem Anliegen gescheitert. Bereits im März war es ihm nicht gelungen, die Kosten für Lüftungsanlagen in Schule, Schulhalle und Ratssaal in den Haushaltsplan zu bekommen. Dem Gemeinderat fehlte der Vergleich mit mobilen Lüftungsgeräten.

Nun legte Bußhardt Kosten für Lüftungsgeräte in Grundschule und Bürgerbüro vor. Auf die war auch der Beschlussvorschlag zugeschnitten. Doch im Grunde plädierte er weiter für die deutlich teurere Lüftungsanlage in der Grundschule. Die Anschaffung der Luftreinigungsgeräte in den Etat aufzunehmen wurde bei einer Enthaltung und dem Ja des Bürgermeisters abgelehnt. Einzig Josef Hügle sprach sich für eine Lüftungsanlage in der Grundschule aus.

Bußhardt argumentierte mit der Gefahr von Covid-19 für Kinder. Auch im Kreis Emmendingen seien sie aktuell stark von Ansteckungsgefahr betroffen und manch eine Kita sei deshalb geschlossen, sagte Bußhardt. Deshalb sei in der Schule Handlungsbedarf angesagt. Die Lüftungsgeräte könnten nicht eine 220 000 Euro teure Lüftungsanlage ersetzen. Eine vernünftige Querlüftung sei jedoch in den Schulpavillons nicht möglich, weil die Klassenzimmer auf der Bergseite nur über klappbare Oberlichter verfügten.

Bußhardt nahm Stellung zum Argument der Märzsitzung, die Zukunft des Schulgebäudes sei ungewiss. Da der Neubau der Grundschule offen sei, rentiere sich der Einbau nicht, hieß es. Eine vielleicht acht Millionen teure neue Schule zu bauen, sei angesichts der aktuellen finanziellen Herausforderungen in den nächsten Jahren nicht drin, versicherte Bußhardt. Da man künftig mit dem Virus werde leben müssen, sei der Einbau sinnvoll − trotz Impfungen.

Dieter Schuh erklärte, es bestehe kein aktueller Handlungsbedarf, weil der Sommer vor der Tür stehe. Da nicht klar sei, was eine Lüftung (als Anlage oder Geräte) gegen Covid-19 bringe, solle man abwarten. Simon Hirzel argumentierte mit dem Defizit im Haushalt. Ein teurer Versuch sei nicht angemessen. Bernd Hildwein verwies auf das verstärkte Testen. Vielleicht gebe es in der Zukunft bessere Konzepte zum Umgang mit der Pandemie. Bußhardt wehrte sich gegen den Vorwurf, der Effekt einer Lüftungsanlage sei nicht bewiesen. Indem drei Mal in der Stunde die Luft ausgetauscht werde, würde das Raumklima deutlich verbessert: weniger Aerosole und mehr Sauerstoff.