Henkel

Henkel investiert ins Wehrer Werk

Erika Bader

Von Erika Bader

Mi, 03. April 2019 um 18:22 Uhr

Wehr

Vier Millionen Euro für die Stärkung des Standorts. Neue Mischanlage für Haftschmelzklebstoffe nimmt Produktion auf.

Henkel investiert in den Wehrer Standort. Insgesamt vier Millionen Euro hat der Weltkonzern mit Hauptsitz in Düsseldorf-Holthausen laut eigener Aussage in das Werk in Wehr seit der Übernahme der ehemaligen Novamelt gesteckt. Bei einem Pressetermin am Mittwoch hat das börsennotierte Unternehmen eine neue Mischanlage für spezialisierte Haftschmelzklebstoffe vorgestellt und die Produktion offiziell aufgenommen.

2016 übernahm der Hersteller für Reinigungsmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe rechtskräftig das Wehrer Unternehmen Novamelt. Für die Wehrer Belegschaft habe sich durch die Übernahme nichts Wesentliches geändert. "Zur Zeit der Übernahme hatten wir 55 Mitarbeiter, heute sind es 52 in Wehr", erklärt Werksleiter Marco Faber gegenüber der BZ bei der Werksführung – an der auch der Wehrer Bürgermeister Michael Thater und etliche Stadträte teilgenommen haben. Faber hat die Leitung des Werks seit einem Jahr inne, allerdings hat er bereits 2012 als Prozessingenieur bei der Novamelt angefangen.

Das Wehrer Werk ist eines von insgesamt 140 weltweiten Henkel-Produktionsstandorten für Klebstoffe. Allein in dieser Sparte machte der Konzern 2018 einen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro – damit erwirtschaftet Henkel 50 Prozent der Umsätze im Bereich Klebstoffe. Und diese finden sich nicht nur auf Klebebändern oder Pflastern, sondern auch in Mikrochips und Autos.

Die neue Mischanlage im Wehrer Werk ist mittlerweile die sechste und musste umständlich durch das Dach mit einem Kran hineingebracht werden. Rund zwölf Stunden waren nötig, um den Sieben-Tonnen-Koloss an Ort und Stelle zu justieren. 60 Prozent der Klebstoffe werden in der Etikettenindustrie, 30 Prozent für Klebebänder und acht Prozent im medizinischen Bereich eingesetzt.

Die Mischmaschine stellt aus Harzen, Polymeren und Ölen Klebstoffe her. 50 bis 60 verschiedene Rezepturen werden in Wehr gefertigt. Durch die neuerliche Investition könne das Henkel-Werk in Wehr seine Kapazitäten um 15 Prozent steigern.

Die Firmengründer der Novamelt Pieter Mol und Harald Braun konnten nach dem Tod eines designierten Nachfolgers keinen weiteren für das Wehrer Unternehmen aufbauen. Deshalb entschied man sich, Novamelt an den Henkel-Konzern zu verkaufen.
Henkel und Novamelt

» Henkel: Das 1876 als Waschmittelfabrik gegründete Unternehmen wird seit 2016 vom belgischen Geschäftsführer Hans Van Bylen geleitet. Rund 67 Prozent der Firma liegen allerdings in der Hand der Erben von Fritz Henkel. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 53 000 Mitarbeiter und verzeichnete 2018 einen Umsatz von rund 19,9 Milliarden Euro. Henkel führt in seinem Portfolio Marken wie Persil, Spee, Weißer Riese, Perwoll, Vernel, Somat, Fa, Schwarzkopf, Schauma, Syoss, Pritt und Pattex.
» Novamelt: Der Klebstoffhersteller Novamelt wurde 2016 von Henkel übernommen. Novamelt war als Nischenanbieter im Bereich der Haftschmelzklebstoffe weltweit tätig. Abnehmer waren Hersteller von Etiketten, Klebebändern und selbstklebenden Produkten. Das Unternehmen zählte nach eigenen Angaben an den Produktionsstandorten in Wehr und in North Carolina (USA) etwa 100 Mitarbeiter und hatte 2014 einen Umsatz von 50 Millionen Euro.