Ratssitzung in Wehr

WEHRAWELLEN: Zurück in die Zukunft

Erika Bader

Von Erika Bader

Sa, 16. Januar 2021

Wehr

Das politische Leben in Wehr fängt in diesem noch sehr jungen Jahr ganz im Sinne der Corona-Konfomität kontaktlos an. Online tauschen sich die Räte aus – schicken online ihr Votum an die Stadtverwaltung ab. Die Situation erinnert an den Frühling und Frühsommer im vergangenen Jahr, auch da waren Ratssitzungen – wenn man sie unter diesen Umständen überhaupt noch so nennen möchte – nur noch im elektronischen Umlaufverfahren möglich. Auf eine lebendige, politische Debatte wird man in diesem Rahmen wohl nicht nur bei der anstehenden, sondern auch den künftigen Gemeinderatssitzungen verzichten müssen. Mit der weitläufigen Wehrer Stadthalle als Alternative zum sonst eher gemütlich-beengten Sitzungssaal im Alten Schloss hatte die Stadt im Sommer im Zuge der damals sinkenden Corona-Fallzahlen eine gute Möglichkeit gefunden, politische Sitzungen unter Wahrung der nötigen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Wo ansonsten hunderte Menschen Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen genossen, tagten in weitem Abstand 19 Gemeinderatsmitglieder, gelegentlich auch Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung und den Eigenbetrieben und hin und wieder gesellten sich auch einige Wehrer Bürger als Zuhörer zu den Sitzungen. Jetzt, da die Corona-Fallzahlen auf einem neuen Höchststand angekommen sind, zieht die Stadt die richtigen Konsequenzen. In Zukunft heißt es: Keine Sitzungen mit großem Abstand, sondern nur noch Kontakt über Onlinekanäle – ganz so, wie vor einem Dreivierteljahr. Fast wünscht man sich, man hätte ganz wie Marty McFly und Doc Brown aus der 1980er-Jahre-Trilogie "Zurück in die Zukunft", einen DeLorean mit eingebautem Fluxkompensator. Dann müsste man nur noch – ganz wie im Film – auf 140 Sachen beschleunigen und zack – schon wäre man in der Post-Corona-Zeit angekommen. Stattdessen heißt es aber aussitzen – im Hier und Jetzt – am besten online.